»Kruse,« die breite Rechte des Propstes sank schwer auf die Schulter des Knechtes, »du mutest dir viel zu. Das Weib ist listiger als die Schlangen.«
»Ich werde ihr den Kopf zertreten.«
»Und sie wird dich in die Ferse stechen.«
Die Brust des Gärtners hob und senkte sich in stürmischem Atmen:
»Und wenn ich daran zugrunde gehe, sie muß mein werden.«
Der Propst nickte. Ein Würgen war in seiner Kehle, und doch sagte er klar und fest:
»Du sollst deinen Willen haben.« –
Es war Abend geworden.
Der Propst ging in seinem Studierzimmer mit harten Schritten hin und wieder. In dem halben Dämmer des scheidenden Tages leuchteten vom Schreibtisch die weißen Blätter der Handschrift zu der morgigen Predigt. So oft der Blick des ruhelos in der Stubenenge Umgetriebenen diesen hellen Fleck streifte, wich er unsicher aus:
Lehren! Leiten!