Einen Augenblick wartete er noch. Auf einen Gruß, einen Händedruck zum Abschied.

Katharina kniff die Lippen zusammen, hart, abweisend, nestelte die Hände in die Falten des Hemdes. – –

Er war gegangen. Sein Schritt war verklungen. Sie saß auf dem Bettrand und ließ die Beine baumeln. Ihre Brust dehnte sich, als wäre eine Last von ihr genommen.

Vom Fenster her kam ein raschelndes Geräusch. Ein Kopf wurde sichtbar, ein schlanker, geschmeidiger Körper.

Der Junker von Albedyll.

Mit einem Sprunge war er im Zimmer, stürzte auf Katharina zu, umschlang sie, flehte und bettelte mit Blick und Gebärde.

Sie antwortete nicht, schloß nur die Augen und bot sich seinen Küssen dar.

Rauschend brauste der Sturm seines ersten lodernden Gefühls über sie hin. Taumelnd glitten seine fiebernden Hände durch ihre Haare, saugte sein Mund den Duft ihres Leibes. Ihren Nacken, ihre Brust sengten seine glühenden Lippen. Keuchend barg sich sein Haupt in ihrem Schoße. Wie ein Schlag fuhr es durch seinen Körper, trieb ihn auf, stark und verlangend. Seine Arme reckten sich, sie an sich zu ziehen.

Jäh richtete sie sich auf, schüttelte die süße Betäubung ab. Zu weit fast hatte sie sich in ihr verloren.

Bestürzt, Tränen der Enttäuschung in den wundersüchtig großen knabenhaften Augen, stand der Junker vor ihr: »Habe ich dir weh getan?«