»Geh, Schelm,« Anisias kurze, quabblige Hand schlug tätschelnd nach ihr, »du willst mich foppen. Eben sind wir von Tische aufgestanden, ich kann kaum Luft holen, so voll ist mir, da sprichst du von Pfirsichen. Von einer Creme …« Die kleinen Augen schlossen sich entzückt, und die dicke, gedrungene Zungenspitze schob sich leckend über die breiten Lippen.

»Nun Tantchen, du sollst ja nicht essen, nur so,« Katharina zwinkerte ihr verständnisvoll zu, »zum Zeitvertreib.«

»Ach, Gold!« Der umfängliche Busen Anisias dehnte sich in einem sehnsüchtig schmelzenden Seufzer.

Der Mutwillen stach Katharina. Schmachtend bog sie den Kopf zurück, daß die hochgetürmten Haare, auf denen eine kleine, weiße Haube lustig schaukelte, in den Nacken wuchteten und flötete: »Eine Creme sollst du haben, eine Creme –,« und wirbelte, auf den hohen Hacken ihrer Bänderschuhe sich drehend, zur Tür hinaus.

Anisias volle Züge glänzten in Behagen.

»Sie ist reizend.«

Darja, die auf einem Bärenfell ruhte, schlug die weißen, dunkelbewimperten Lider auf und bekräftigte den Ausruf.

Auch Barbara tat es, aber ihre Zustimmung hatte einen leisen boshaften Unterton, der Darja auffiel. Sie richtete sich halb aus ihrer liegenden Stellung auf und sah die Schwester erstaunt an:

»Was hast du gegen das Mädchen? Es ist freundlich und gefällig.«

Barbara nickte: »Die Katharina müßte ein solches Dummchen sein wie du, Herzblatt, was sie nicht ist, wenn sie es darauf anlegte, es mit uns zu verderben. So fest sitzt sie nicht im Sattel, daß sie das wagen könnte. Wir haben ältere Rechte.«