Durch die Steppen trabte eine Reiterschar. Kosaken. In ihrer Mitte der Hetman Mazeppa. Hinter ihm unter dichter Bewachung ein verhängter Wagen. Die mächtigen Räder drückten sich tief in den Boden. Die Last, die sie führten, war schwer. In riesiger eisenbeschlagener Truhe der Goldschatz des Hetmans. Venezianische Zechinen, römische Dublonen, türkische Piaster und russische Rubel. Vorsichtig wich der Zug russischem Gebiete aus. Trabte und trabte. Mit kurzem Rasten.

Von fern her schimmerten goldene Kreuze aufragenden Türmen. Hoch über Sumpf und Morast. Minsk.

Mazeppa riß sein Pferd am Zügel. Bäumend stand es. Mit ihm die andern.

Eine Wolke von Mücken stürzte sich auf Mensch und Tier. Grüne giftig schillernde Fliegen, dickleibige Bremsen bohrten ihre spitzen Rüssel durch Haut und Fell. Widrigkeiten, die nur der erlitt, der zögernd stille hielt.

Das Roß Mazeppas stieg. Die Sporen seines Herrn trieben es hoch. Mit einem gewaltigen Satz sauste es vorwärts. Dem Ziele entgegen.

Kurz vor der Stadt breitete sich das Lager. Graben, Schanzen, schußbereite Stücke, Zelte, Posten, Runden, Soldaten zu Hauf, Pferde und Geschütze, Klirren der Waffen, Rufen und Schreien und der rasche bestimmte Ton der Befehle. Und über allem hell und rauschend vor dem Winde die schwedischen Farben.

Die Kohlenaugen des Hetmans glühten auf. Ein Wink brachte den Fahnenträger an seine Seite.

Eilig streifte der Gerufene die wettersichere Hülle von dem Feldzeichen.

Markig umspannte Mazeppas Faust den Griff, reckte die flatternde Standarte hoch über sein Haupt.

»Für die Freiheit der Ukraine.«