Um sie her wachsen die Kinder urkräftig in die Höhe; sie aber hat etwas Müdes, Insichgekehrtes, als wenn sie nur bei sich selbst fände, was sie sucht.
Die beiden Mädchen schließen das Fenster, und das Glockengeläut dringt nur noch dumpf ins Zimmer.
Der Wind heult im Schornstein. Frau Rat zündet die Lichter an.
Das große Familienzimmer macht heute ein feierliches Gesicht.
Der runde Eßtisch ist blendendweiß gedeckt; statt des einen Talglichtes brennen zwei Wachskerzen auf einem Leuchter unter einem grünseidenen, ovalen Schirm.
»Oho,« sagte Marie, »den nimmst du?«
»Was denn sonst, Schatz? – Habt ihr euch die Hände gewaschen?«
»Jawohl, mit Schmierseife!« antwortet Röse.
»Röse, mein Kind!« Frau Rat ist heute bewegt und streicht ihr übers Haar. – »Gutes Kind!«