»Wann kommt die an?« fuhr ich hastiger dazwischen, als ich wollte.

»So gegen Abend. Um sechs herum, denk' ich. Natürlich mit der üblichen Verspätung.«

Ich sah nach der Uhr. Ein sonderbarer Gedanke zischte in mir auf. Ich dachte an das zugefrorene Haff.

Währenddem sah mich der alte Sünder, der Radmann, mit einem verdammten Grinsen an. Da wurde ich wirklich noch um einen Strich röter im Gesicht, denn ich glaubte, er müßte all meine nichtsnutzigen Gedanken in mir gelesen haben. Doch er sagte nur ganz gemütlich:

»Wissen Sie, Kannenberg, was ich anfange zu merken?«

»Na?« grunzte ich halb wütend, halb verlegen.

»Daß Sie keinen Bordeaux vertragen können, Sie haben ja eine tolle Fahne aufgezogen nach den paar Buddeln.«

Dieser infame Verdacht hätte mich sonst ganz aus dem Häuschen gebracht; jetzt aber kam er mir recht zupaß, und ich log flott darauf los:

»Ja, wissen Sie, Radmann, ich hab' heute schon ein bißchen viel Sherry hinter mir; wissen Sie, bei Eggebrecht ist es immer so schwer, 'rauszukriegen, ob der Sherry oder der Portwein besser ist, und da wird es leicht etwas viel mit dem Proben, bis man es mit Halb und Halb versucht und endlich zur Ruhe kommt: ich glaub' selbst, ich hab' einen kleinen Hieb weg; der Kopf ist mir merkwürdig benommen.«

»Na,« sagt' er in seiner Gutmütigkeit »das kommt vielleicht auch von dem Wetterumschlag; es liegt was von Schnee oder Tauwetter in der Luft; ich spür' das allemal in der Hüfte; mancher spürt's wieder im großen Zeh' und mancher in der Lunge und mancher sogar im Gemüt.«