Warf damit sein Rohr von sich und fiel auf die Knie nieder, mich um Verzeihung zu bitten, sagend, daß er keinen besseren Freund in der Welt hätte als mich, weil ich seinen Tod nach des alten Herzbruder Profezeihung tapfer rächen sollte.
Da konnte ich mich wohl verwundern.
»Ich bin aus einem Secretario ein Waldfischer, du aber aus einem Narren ein tapferer Soldat geworden, und das ist wohl seltsam. Sei versichert, Bruder, unserer zehntausend hätten morgenden Tags Breisach entsetzt und zu Herren der ganzen Welt gemacht.«
Obzwar mir solche Prahlerei nicht gefiel, gab ich ihm doch recht, vornehmlich weil mir sein schelmisch Gemüt bekannt war.
Wir kamen in ein klein, abgelegen Taglöhnerhäuslein, in welchem ein Baur eben die Stube einhitzte. Zu dem sagte er: »Hast du etwas gekocht?« »Nein, ich hab den gebratenen Kalbsschlegel noch.« »Nun dann, so geh und lang her, was du hast und bring das Fäßlein Wein.«
»Bruder, du hast einen willigen Wirt,« meinte ich.
»Das dank dem Schelmen der Teufel! Ich ernähre ihn mit Weib und Kindern. Ich lasse ihm darzu alle Kleider, die ich erobere.«
Sodann berichtete Olivier, daß er diese Freibeuterei schon lang getrieben und sie ihm besser als Herrendienst zuschlage, er gedächte auch nicht früher aufzuhören, bis er seinen Beutel rechtschaffen gespickt hätte.
»Bruder, du lebest in einen gefährlichen Stand, wann du ergriffen wirst, wie meinest du wohl, daß man mit dir umginge?«
»Ha, ich höre, daß du noch der alte Simplicius bist! Ich weiß wohl, daß derjenige, so kegeln will, aufsetzen muß, aber die Herren von Nürnberg lassen keinen hängen, sie haben ihn dann.«