Darauf bat er um Verzeihung und ich ließ mich erweichen. Wir stunden auf und gaben einander die Hände, daß alles, was geschehen, vergessen sein sollte. Verwunderte sich einer über den andern, daß er seinen Meister gefunden, dann jener meinte, ich sei auch mit einer solchen Schelmenhaut überzogen wie er.

Ich ließ ihm dabei bleiben, damit er sich mit seinem Gewehr nicht noch einmal an mir reibe. Er hatte von meinem Schuß eine große Beule an der Stirn und ich hatte mich sehr verblutet.

Weil es gegen Abend war, ließ ich mich überreden und ging mit ihm, da er dann unterwegs oft mit Seufzen bezeugte, wie leid ihm sei, daß er mich beleidigt habe.


[Das siebente Kapitel]

Ein resoluter Soldat, der sich darein ergeben, sein Leben zu wagen, ist wohl ein dummes Vieh! Man hätte nicht einen von tausend Kerlen gefunden, der mit seinem Mörder an einen unbestimmten Ort zu Gast gegangen wäre. — Ich fragte ihn auf dem Weg, wes Volks er sei. Er sagte, daß er für sich selbst kriege. So wollte er auch meinen Namen wissen. Ich sagte: »Simplicius.« Da kehrte er sich um, dann ich ließ ihn vor mir gehen, und sahe mir steif ins Gesicht.

»Heißt du auch Simplicissimus?«

»Ja, es ist ein Schelm, der seinen Namen verleugnet. Wie heißest aber du?«

»Ach, Bruder, ich bin Olivier, den du vor Magdeburg hast gekannt.«