Ungefähr eine Woche oder vier vor Weihnachten marschierte ich mit einem guten Feuerrohr vom Läger ab und das Brißgäu hinunter der Meinung, auf selbiger Weihnachtsmesse zu Straßburg von meinem Schwehr ein Geldstück zu empfangen und mit Kaufleuten den Rhein hinunter zu fahren.

Als ich aber bei Endingen vorbeipassiert und zu einem Haus kam, geschah ein Schuß nach mir, so daß mir die Kugel den Rand am Hut verletzte. Gleich darauf sprang ein starker, vierschrötiger Kerl aus dem Haus auf mich los und schrie, ich sollte das Gewehr ablegen. »Bei Gott, Landsmann, dir zu Gefallen nicht!« Und zog den Hahn über.

Er aber wischte mit einem Ding vom Leder, das mehr einem Henkersschwert als einem Degen glich.

Wie ich nun seinen Ernst spürte, schlug ich an und traf ihn dergestalt an die Stirn, daß er herumtaumelte und endlich zu Boden fiel. Das machte ich mir zu Nutz, rang ihm geschwind sein Schwert aus der Faust und wollts ihm in den Leib stoßen, da es aber nicht durchgehen wollte, sprang er unversehens auf, erwischte mich beim Haar und ich ihm auch, sein Schwert hatte ich schon weggeworfen.

Darauf fingen wir ein solch ernstlich Spiel miteinander an, so eines jeden verbitterte Stärk genugsam zu erkennen gab, und konnte doch keiner des andern Meister werden. Bald lag ich, bald er oben und im Hui kamen wir wieder auf die Füße, so aber nicht lang dauerte, weil ja einer des andern Tod suchte.

Das Blut, so mir häufig zu Hals und Mund herauslief, spie ich meinem Feind ins Gesicht, weil ers so hitzig begehrte. Das war mir gut, dann es hinderte ihn am sehen. Also zogen wir einander bei anderthalb Stund im Schnee herum, davon wurden wir so matt, daß allem Ansehen nach die Unkraft des einen der Müdigkeit des andern nicht Herr werden konnte. Meine Ringkunst kam mir damals wohl zustatten, dann mein Feind war viel stärker als ich und überdas eisenfest.

Endlich sagte er: »Bruder, höre auf, ich gebe mich dir zu eigen!«

Ich antwortete: »Hättest du mich passieren lassen.«

»Was hast du mehr, wanngleich ich sterbe?«

»Und du, wann du mich hättest niedergeschossen, sintemal ich keinen Heller bei mir habe.«