Ich wollte dem alten Esel nicht mehr zuhören, der oft die armen Soldaten prügelte wie die Hunde.
Ich wandte mich wieder gegen die Bäume. Das ganze Land stund deren voll und ich sahe, wie sie sich bewegten und zusammenstießen. Da prasselten die Kerl haufenweise herunter, augenblicklich frisch und tot. Und mich bedauchte alle Bäume wären nur einer, auf dessen Gipfel saße der Kriegsgott Mars und bedeckte mit des Baumes Ästen ganz Europam.
Da hob sich ein scharfer Nordwind. Unter gewaltigem Gerassel und Zertrümmerung des Baums höret ich eine Stimme:
Die Steineich, durch den Wind getrieben und verletzet,
Ihr eigen Äst abbricht, sich ins Verderben setzet:
Durch innerlichen Krieg und brüderlichen Streit
Wird alles umgekehrt und folget lauter Leid.
Und ich ward aus dem Schlaf erweckt und sahe mich nur allein in meiner Hütte.
Dahero fing ich wieder an zu bedenken, was ich immermehr beginnen sollte. Nichts war mir übrig als noch etliche Bücher, welche hin- und hergestreut und durch einander geworfen lagen. Als ich solche mit weinenden Augen auflase, fand ich ungefähr ein Brieflein, das mein Einsiedel bei seinem Leben noch geschrieben hatte.
‚Lieber Simplici, wenn du dies Brieflein findest, so gehe alsbald aus dem Wald und errette dich und den Pfarrer aus gegenwärtigen Nöten. Bedenke und tue ohn Unterlaß nach meinen letzten Reden, so wirst du bestehen mögen. Vale!’
Ich küßte das Brieflein und das Grab des Einsiedels zu viel tausend Malen und machte mich auf den Weg, Menschen zu suchen. Den dritten Tag kam ich nach Gelnhausen auf ein Feld, das lag überall voller Garben, welche die Bauren, weil sie nach der namhaften Schlacht vor Nördlingen verjagt worden, nicht hatten einführen können. Da genosse ich gleichsam eines hochzeitlichen Mahles und sättigte mich mit ausgeriebenem Weizen.