»Du Flegel, ich frage, warum du nicht auf Papier geschrieben hast.«

»Wir haben keins mehr im Wald gehabt.«

»Wo, in welchem Wald?«

Ich antwortete wieder auf meinem alten Schrot, ich wüßte es nicht. Da wandte sich der Gubernator zu etlichen Offizierern, die ihm eben aufwarteten: »Entweder ist dieser ein Erzschelm oder gar ein Narr.« Und indem er redete, blätterte er in meinem Büchlein so stark herum, daß des Einsiedel Briefchen herausfallen mußte. Solches ließ er aufheben, ich aber entfärbte mich darüber, weil ichs vor meinen höchsten Schatz und Heiligtum hielt, daher der Gubernator noch größeren Argwohn schöpfte. Er las den Brief und sagte: »Ich kenne einmal diese Hand und weiß, daß sie von einem wohlbekannten Kriegsoffizier ist geschrieben worden, ich kann mich aber nicht entsinnen von welchem.«

So kam ihm auch der Inhalt seltsam und unverständlich vor.

»Dies ist ohn Zweifel,« erkläret er, »eine abgeredte Sprache, die sonst niemand verstehet. Wie heißt du?«

»Simplicius.«

»Ja, ja, du bist eben der rechte Kauz. Fort, daß man ihn alsobald an Hand und Fuß in Eisen schließe!«

Also wanderten die beiden Soldaten mit mir nach meiner neuen Herberge, dem Stockhaus, und überantworteten mich dem Gewaltiger, der mich mit Ketten an Händen und Füßen zierete, gleichsam als hätte ich nicht genug an mir getragen.

Dieser Willkomm war der Welt noch zu lieblich, dann es kamen Henker und Steckenknechte mit erschröcklichen Folterungsinstrumenten, die meinen elenden Zustand allererst grausam machten.