Und also hatte ich den guten Handel in der Schreibstube, dem gemeinen Sprüchwort nach, auf einmal verkerbt.
Ich kam unschuldig in das Unglück, dann die ungewöhnlichen Speisen und Arzneien, die mein eingeschnurrtes Gedärm zurecht bringen sollten, erregten viel garstige Wetter und Stürm in mir, maßen weder mein Einsiedel noch mein Knän mich unterrichtet, daß es übel getan sei, wann man dies Orts der Natur willfahre.
Mein Herr hatte nun einen ausgestochenen Essig zum Pagen neben mir, dem schenkte ich mein Herz. Aber er eiferte mit mir, wegen der großen Gunst, die mein Herr zu mir trug. Er besorgte, ich möchte ihm vielleicht die Schuhe gar austreten und sahe mich heimlich mit Mißgunst an. Er sann auf Mittel, wie er mir den Stein stoßen möge und mich zu Fall brächte. Ich aber vertraute ihm alle meine Heimlichkeiten, so alle auf kindischer Einfalt und Frömmigkeit bestunden.
Einsmals schwätzten wir im Bett vom Wahrsagen, und er versprach mir solches umsonst zu lernen. Hieße mich darauf den Kopf unter die Decke tun. Ich gehorchte fleißig und gab auf die Ankunft des Wahrsagegeistes genaue Achtung. Potz Glück! Desselben Einzug in meine Nase war so stark, daß ich eilends unter der Decke herfürwischte.
»Was hast du,« fragte der Lehrmeister. Ich antwortete ihm. Da meinte er: »Du kannst also die Kunst des Wahrsagens am besten.«
Ich nahms vor keinen Schimpf, dann ich hatte damals noch keine Galle und begehrte allein zu wissen, wie ihm dies so stillschweigend gelungen sei. Er antwortete: »Du darfst nur das linke Bein lupfen und darneben heimlich sagen: je pete, je pete, je pete und mithin so stark gedruckt, als du kannst.«
»Es ist gut,« sagte ich, »man meinet sodann, die Hunde haben die Luft verfälscht. Ach, hätte ich doch diese Kunst heute in der Schreibstube gewußt!«