Einsmals brachte er sechs Pfund Sülzen oder Rinderkutteln heim, das setzte er in seinen Speiskeller. Weil zu seiner Kinder großem Glück das Tagfenster offen stund, banden sie eine Eßgabel an einen Stecken und angelten damit die Kuttelflecke heraus, welche sie also bald in großer Eile verschlangen, dann sie waren gekocht. Darnach gaben sie vor, die Katze hätte es getan, aber der Erbsenzähler wollte es nicht glauben, fing derhalben die Katze, wog sie und befand, daß sie mit Haut und Haar nicht so schwer war, als seine Kutteln gewesen.

Weil er dann so gar unverschämt handelte, begehrte ich an gemeldter Studenten Tafel zu essen, es koste was es wolle. Dort ging es zwar etwas herrlicher her, ward mir aber wenig damit geholfen, dann alle Speisen waren nur halb gar, was meinem Kostherrn zwiefach zu baß kam, erstlich am Holz, so er gesparet, und daß wir viel zurück ließen. Über das so dünkte mich, er zählete uns alle Mundvoll in Hals hinein und kratzte sich hintern Ohren, wann wir einmal recht futterten. Sein Wein war gewässert, der Käs, den man am Ende jeder Mahlzeit aufstellete, steinhart, die holländische Butter aber dermaßen versalzen, daß keiner über ein Lot davon auf einen Imbiß genießen konnte. Das Obst mußte man wohl so lang auf- und abtragen, bis es mürbe und zum essen tauglich war. Wann dann etwan ein oder der andere darauf stichelte, so fing er einen erbärmlichen Hader mit seinem Weibe an, daß wirs höreten, heimlich aber befahl er ihr, sie solle nur bei der alten Geigen bleiben.

Einsmals brachte ihm einer seiner Klienten einen Hasen zur Verehrung, den sahe ich in der Speiskammer hangen und gedachte, wir würden einmal Wildpret essen. Aber der deutsche Knecht sagte, daß der Has uns nicht an den Zähnen brennen würde, ich sollte Nachmittags auf den Alten Markt gehen und sehen, ob er nicht dort zum Verkauf hinge. Darauf schnitt ich dem Hasen ein Stücklein vom Ohr. Als wir über dem Mittagsimbiß saßen, und unser Kostherr nicht bei uns war, erzählete ich, daß unser Geizhals einen Hasen zu verkaufen hätte, um den ich ihn zu betrügen gedächte, wann mir einer von ihnen folgen wollte. Jeder sagte ja, dann sie hätten unserm Wirt gern vorlängst einen Schabernack angetan.

Also verfügten wir uns den Nachmittag auf den Alten Markt, da unser Kostherr stund, um aufzupassen, was der Verkäufer lösete. Wir sahen ihn bei vornehmen Leuten, mit denen er discurierte.

Ich hatte nun einen Kerl angestellt, der ging zu dem Höcker, wo der Hase hing:

»Landsmann, der Has ist mein. Ich nehme ihn als mein gestohlen Gut auf Recht hinweg. Er ist mir heut Nacht von meinem Fenster hinweggefischet worden. Läßt du ihn nicht gutwillig folgen, so gehe ich auf deine Gefahr und Unrechts Kosten mit dir hin, wo du wilt.«

Der Unterhändler antwortete, er sollte sehen, was er zu tun hätte. Dort stünde ein vornehmer Herr, der ihm den Hasen zu verkaufen gegeben und ohn Zweifel nicht gestohlen habe.

Als nun die Zween so wortwechselten, bekamen sie gleich einen Umstand, so unser Geizhals stracks in Acht nahm und hörete, wieviel die Glocke schlug. Winkte derohalben dem Unterkäufer, daß er den Hasen folgen lassen sollte. Mein Kerl aber wußte den Umstehenden das Stück Ohr zu weisen und an dem Schnitte zu messen, daß ihm jedermann recht gab.

Indessen näherte ich mich auch von ungefähr mit meiner Gesellschaft, stund an dem Kerl, der den Hasen hatte und fing an mit ihm zu marken, und nachdem wir des Kaufs eins wurden, stellete ich den Hasen meinem Kostherrn zu mit Bitte, solchen mit sich heimzunehmen und auf unsern Tisch zurichten zu lassen, dem Kerl aber gab ich statt der Bezahlung ein Trinkgeld zu zwo Kannen Bier. Also mußte uns der Geizhals den Hasen wider Willen zukommen lassen und dorfte noch darzu nichts sagen. Dessen wir genug zu lachen hatten.