Bate demnach meinen vermeinten Freund, er wolte mir doch getreulich dadurch helfen. Er aber hingegen machte mir eine scharfe Predigt daher, thät die Thür auf und wiese mir einen Notarium und beisichhabende Zeugen, die alle meine und seine Reden und Gegenreden angehört und aufgemerkt hatten.
Darauf gieng es wunderlich her, die meiste Rathsherrn hielten darvor, man solte mich an die Folter werfen, so würde ich viel mehr dergleichen Stücke bekennen und alsdann nach befindenden Dingen als eine unnütze Last der Erden um eines Kopfs kürzer zu machen sein, welcher Sentenz mir auch weitläuftig notificirt wurde. Ich hingegen ließe mich vernehmen, man suche nicht so sehr der lieben Gerechtigkeit und den Gesetzen ein Genügen zu thun, als mein Geld und Gut zu confisciren. Würde man so streng mit mir procedirn, so würden noch viel, die vor ehrliche Burger gehalten werden, mit mir zur Leiche gehen oder mir das Geleit geben müssen. Ich konte schwätzen wie ein Rechtsgelehrter, und meine Wort und Protestationes fielen so scharf und schlau, daß sich Verständige darvor entsetzten. Zuletzt kam es dahin, daß ich auf eine Urfed die Stadt quittiren und, zu mehr als wohlverdienter Strafe, alle meine Mobilia und liegende Güter dahinten lassen muste, darunter sich gleichwol mehr als über 1000 Reichsthaler baar Geld befande. Meine Kleidungen und was zu meinem Leib gehörte, wurde mir gefolgt, außer etliche Kleinodien, die einer hier, der ander dort zu sich zwackte. In Summa was wolte ich thun? Ich hatte wol Größeres verdient, wann man strenger mit mir hätte procediren wollen; aber es war halt im Krieg, und dankte jedermänniglich dem gütigen Himmel (ich solte gesagt haben: jederweiberlich), daß die Stadt meiner so taliter qualiter[192] los worden.
Fußnoten:
[190] Mechaberis, scherzhaft oder misverstanden statt moechator, Ehebrecher.
[191] Losung, verabredetes Wort oder Zeichen.
[192] taliter qualiter, auf diese gute Art.