»Das Einzige kann er nicht. Alle Sünde kann Gott vergeben, denn Sünde ist nur Trübung des Guten. Und welcher Fleck hielte dem Lichte seines Blutes stand? Wer aber aus Liebe ihm entsagt hat, in der freien Erkenntnis, daß Gott das völlig Gute sei, sich selbst dem völlig Bösen zugewandt hat, um seiner nicht teilhaft zu werden, dieser steht außerhalb seiner Gnade. Denn gerade in der Hoffnungslosigkeit, der vollkommenen Abgeschiedenheit von ihm besteht ja das Opfer. Die Liebe, die stark ist wie der Tod, scheidet, sagt der Meister.«

»Wenn es aber eine Liebe gäbe, die stärker noch als der Tod ist? Die, das Opfer erkennend, als Feuer darauf fiele und es verzehrte? Die das Geschiedene unauflöslich aneinander bände? Wenn die Liebe, der du entsagt hast und die du mit Haß verfolgst, so grenzenlos wäre, daß sie sich nicht entsagen ließe?«

»Unmöglich. Das wäre die Harmonie.«

»Ist die Harmonie unmöglich? Glaubst du nicht an sie?«

»Da ich sie zerstörte, wie kann ich an sie glauben?«

»Ist sie zerstört?«

»Fragst du mich? In einer Woche ist deine Hochzeit.«

»Du hast recht. – Warum hast du mich erwählt? Warum hast du dich in mir wiedergeboren?«

»Du bist edel. Nur der völlig Edle kann völlig böse sein.«

»Luzifer.«