»Also war die Spekulation doch gut?«

»Ich will Ihnen sagen, Euer Durchlaucht – sie war gut, wenn Nhilius am Leben bleibt. Er hätt' den richtigen Moment erwischt zum Verkauf. Was aber Kopetzky damit machen wird – denn die Baronin, eine feine, schöne Dame, kümmert sich doch nicht darum – weiß nur Gott und der wird nix davon wissen wollen!«

»Ich verstehe. Das Unternehmen selbst halten Sie für völlig faul?«

»Durchlaucht, wer hat schon mit Mexiko Geschäfte gemacht? Das Gold kann da sein, kann auch nicht da sein – zu sehen wird's keiner kriegen. Die Sache steht so: Die großen Hintermänner stoßen seit einem Monat sehr vorsichtig in kleinen Posten ab, die kleinen Lait' kaufen wie wütig zusammen, darum steigen die Shares noch immer. Aber seien Sie sicher, wie Myers, Latour und Letellier ihr Schäfchen im Trocknen haben, beginnt die Kontermine und die Sache ist so labil, daß der kleinste Anblaser sie umwirft.«

»Aber warum hält Kopetzky dann?«

»Ich hab' mir die Sache so ausbaldowert. Kopetzky war ein Freund vom Nhilius, heißt Geschäftsfreund, und Nhilius hat ihn in ei'm Anfall von Geistesstörung in seinem Testament zum Sachwalter eingesetzt. Etwa was ich bei Ihnen bin, ist er bei der Baronin. Er hält die Aktien und wird sie halten, bis sie wieder glücklich unter Pari sind. Dann wird er als der Retter in der Not zur Baronin kommen, die doch wirklich nicht weiß, wo Gott auf der Börse wohnt, und ihr den Posten billigst abnehmen.«

»Ja, diese Theorie hat etwas für sich. Besten Dank, Fanto. Nun noch eine Frage. Es liegt in meinem Interesse, die Baronin zu ruinieren. Vollständig. Wie soll ich da Ihrer Meinung nach vorgehen?«

Fanto zeigt keine Spur von Überraschung und überlegt kurz und ruhig.

»Es ist ziemlich einfach und wird uns nicht einmal viel kosten. Sie kaufen zirka 500 Shares auf, lancieren dann – das heißt, ich lanciere zwei, drei Depeschen in meine Presse – eine über politische Umwälzungen in Mexiko überhaupt, das kann immer wahr sein – die zweite, daß neue Untersuchungen den Golddistrikt leider als völlig unergiebig erwiesen haben und eine dritte, daß in den Goldfeldern eine Überschwemmung oder meinetwegen ein Erdbeben alle Arbeiten für die nächsten zwei Jahre lahmgelegt hat. Zugleich stoße ich Ihre 500 Aktien unter Lärm an verschiedenen Plätzen ab und drei Tag' später haben wir den Krach. Die Bank fordert neue Deckungen, die Baronin kann sie nicht leisten, ihre Aktien kommen unter den Hammer, die Villa dazu, Kopetzky kauft und sie behält, wenn's gut geht, ihr Hemd auf dem Leib.«

Secundus nickt langsam, fast feierlich! »Das ist gut Nur eines. Die Aktien sind heute bei kleinen Leuten, nicht?«