»Vermutlich, Fanto.«
Fanto verbeugt sich noch einmal. Noch viel tiefer als sonst. Fast bis zur Erde. Geht. Den Buckel gekrümmt. Von tausendjährigen Flüchen plötzlich müde und zur Erde gezogen.
Secundus steht allein und wachsend im Raum. Lichtstrahl um ihn.
Die Zeit erfüllt sich, das Maß läuft voll.
Unter schaudernden Sternen tritt der Traurige in das schlaflose Zimmer, dessen Grenzen seines Bruders edler, verfallender Körper abschreitet.
Diesmal spricht er nicht, legt nur seine krystallen ergrünenden Hände auf Secundus' dröhnende Schläfen. Seine Hände sind durchscheinend und kühl und vergottende Kraft strömt aus ihnen in den Zerbrechenden.
In dieser Nacht geht er ans äußerste Werk.
In einem Vorstadtnachtcafé, drin die Menschheit ihr letztes, konvulsivisches Gelächter ausstößt, findet er, den er braucht. Einen verkommenen, triefäugigen Burschen, der nicht schmutzig wie die anderen, sondern ungewaschen aussieht, allein in einer Ecke sitzt, hungrig die Schenkel einer auf dem Billard sich räkelnden Dirne blickkost und dabei – kaum versteckt – die ihm nicht erschwingliche Lust an sich selbst büßt.
Er setzt sich zu ihm auf die Bank, bestellt Kirsch für beide und legt einen Tausendkronenschein vor sich hin.
Bursche blinzelt blöd und verschlafen nach der Note.