»Entsinnst du dich nicht? Damals, als du mit mir sterben wolltest, sprach ich zu dir: Wäre das nicht zu klein für uns? Wir haben doch noch nicht aneinander gelitten? Nun haben wir gelitten, mein Geliebter, bis aufs Blut, bis aufs Herz, bis in die Seele. Denn auch mir, ob ich auch alles verstand, weh tat es mir schon. Ich bin ja nur eine Frau. Aber nein, was war das? Tausendfach littest du mehr, mein Geliebtester.« Und mit einem ganz kleinen, fast beschämten Lächeln: »Vergib mir, daß du mich so lieben mußtest.«

»Dies – daß es sein kann –«

»Dies – daß es sein kann –«

Worte gehen nicht gerade, aufrechte Boten schwebenden Herzschlags von einem zur andern, Worte schwanken und taumeln, sind Mantel um den nackten Gedanken, in den der Sturm fährt, und der Gedanke ist ein strahlender Gott.

Plötzlich erlischt das Licht. Secundus wendet, durch die unerwartete Finsternis unwillkürlich betroffen, halb den Kopf und sieht in undeutlichen Konturen den Traurigen im Dunkel stehen und lächeln.

Da kehrt er sich zu ihr zurück. Durch einen Regen verklärter Tränen brechen ihre Blicke und finden sich – ein schimmernder Bogen – Gesicht bindend an Gesicht.

»Ich liebe dich.«

»Ich liebe dich.«


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