»Berechtigter Weise. Da Sie der empfangende Teil sind. Natürlich nicht, weil ich Ihr – wie heißt das in französischen Schwänken? – Ihr Gatte werde, Sie würden gewiß tausend bessere Männer finden, vielleicht wäre jeder andere besser für Sie, da ich Sie nicht liebe. Worauf es Ihnen aber ankommt, ist die soziale Position, der Reichtum, den ich Ihnen zu bieten habe. Die Luft dieses Zimmers ist schlecht für Sie, vielleicht nur für Ihren Teint, vielleicht auch für Ihre unsterbliche Seele. Sie müssen herrschen, umworben sein, ausstechen, niedermachen. Familientraditionen hindern Sie, Kokotte zu werden. Bleibt also nur die bekannte gute Partie, die Ihnen diese für Sie notwendige Atmosphäre schafft. Ich gebe sie Ihnen. Als meine Frau sind Sie – Sie entschuldigen die Geschmacklosigkeiten, die ich als Argumente vorbringen muß – eine der ersten Damen der internationalen Gesellschaft, mein Vermögen besteht aus etwa dreißig Millionen, zu einem Fünftel in durchschnittlich mit vier Prozent sich verzinsenden Latifundien, das Übrige in hochwertigen Konsols und Industriepapieren angelegt, das heißt, Sie verfügen als meine Frau über ein Jahreseinkommen von beinahe zwei Millionen. Das sind, wenn Sie es überlegen, zweifellos positive Werte, für die ich Gegenleistungen beanspruchen kann.«

Sie nickt, höhnisch und unsicher: »Worin würden diese bestehen?«

Er spricht ruhig und eindringlich: »In drei Stücken. Das erste: es kann zwischen uns keinen ehelichen Verkehr geben.«

Ihre Finger zerren an einem Taschentuch. Ihr Mund ist hochmütig und hexenhaft. »Sie kommen mir entgegen.«

»Umso besser. Ich bitte Sie nur, in dieser Forderung keine Beleidigung erblicken zu wollen. Es ist selbstverständlich, daß ich Sie begehre, es wäre lächerlich und kränkend meinerseits Sie das Gegenteil glauben machen zu wollen. Nehmen Sie also bitte an, daß es mir an der physischen Möglichkeit gebricht, diesem Begehren Handlungen folgen zu lassen.«

Sie lächelt, etwas versöhnt und etwas angewidert.

»Der zweite Punkt bezieht sich auf unsre Scheidung.«

»Daran haben Sie auch schon gedacht?«

Er verbeugt sich zustimmend: »Sie werden sich vertraglich verpflichten, Sabine, mir jederzeit, wann immer ich Sie darum ersuchen sollte, die Scheidung zu gewähren. Natürlich nehme ich für diesen Fall das Verschulden auf mich und Sie erhalten als Abfindung ein Drittel meines Vermögens, das ich zur Sicherstellung heute noch auf Ihren Namen überschreiben lasse.«

»Zehn Millionen?« Sie ist besiegt und vergißt fast das Gegenteil zu posieren.