»Die Ihnen, der freien Frau, dann vollkommen uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Sie können sofort den hierauf bezüglichen Vertrag beim Notar unterzeichnen. Er hat ihn bereits aufgesetzt, natürlich vorläufig ohne Kenntnis Ihres Namens.«
»So sicher waren Sie?«
»Der dritte Punkt wird Sie vielleicht etwas in Erstaunen setzen.«
»Nach diesen beiden kaum.«
»Eigentlich nicht gerade eine Bedingung. Eher eine Bitte. Ihrer Freundin, Frau Kathrin Nhilius, als der ersten Ihre Verlobung telephonisch mitzuteilen.«
Sie hebt sich schroff auf, mißt ihn, erschrickt vor dem Blick, der ihren erwidert. »Ach so, das ist der Sinn? Warum haben Sie die Pointe so lange aufgespart? Abgefallen? Und für die kleine Rache, die vielleicht keine ist, eine Ehe und zehn Millionen? Sie sind großzügig in Ihrer Kleinlichkeit.«
»Nehmen Sie es an. Ich habe nichts zu entgegnen. Willigen Sie ein?«
Sie zaudert. Schließt die Augen. Eine Unterschwingung in seiner Stimme macht ihr Angst. Etwa die Angst einer Dirne, die sich mit einem Manne zu gehen entschließt, den sie für einen Lustmörder hält. Grauen, Lust und Angst. Ganz leise, wie eine Liebkosung fast, kommen ihre Worte zu ihm: »Sie sind eigentlich schlechter, Secundus, als ich mir's in diesen sechs Wochen ausgerechnet habe.«
»Sie nicht besser, Sabine, als ich es annahm, da ich Sie zu meiner Frau wählte.«
Sie zuckt, als hätte er ihr mit einer Rute über die Augen geschlagen: »Ich werde telephonieren.«