Copyright 1925 by F. A. Brockhaus, Leipzig

Inhalt.

Seite
Hans Meyer. Von Dr. Karl H. Dietzel[5]
Einleitung[12]
Der Chimborazo[23]
1. Der Berg[23]
2. Der Anmarsch[35]
3. Die erste Besteigung[50]
4. Die zweite Besteigung[67]
Der Cerro Altar[83]
Der Antisana[104]
1. Der Anmarsch[104]
2. Die Besteigung[112]
Der Cotopaxi[128]
1. Der Berg[128]
2. Der Anmarsch[136]
3. Die Besteigung[145]

Kartographische Anstalt von F. A. Brockhaus, Leipzig
[Details]

Hans Meyer.

Das vorliegende Buch »Hochtouren im tropischen Amerika« ist die Fortführung des Bandes 25 dieser Sammlung, der Hans Meyers Hochtouren im tropischen Afrika gewidmet war. Der Lebensgang Hans Meyers ist dort ausführlich geschildert worden, und deshalb seien hier die Hauptdaten nur kurz wiederholt.

Hans Meyer wurde am 22. März 1858 in Hildburghausen (S.-Meiningen) geboren und kam 1874 mit der Übersiedlung des väterlichen Verlagsunternehmens, des Bibliographischen Instituts, nach Leipzig. Seine Studentenjahre, in denen er sich hauptsächlich der Geographie, der Geschichte und den Staatswissenschaften widmete, führten ihn nach Leipzig, Berlin und nach Straßburg, wo er auch promovierte. Dem väterlichen Verlag hat er den Hauptteil seines arbeitsreichen Lebens bis zum Jahre 1915 geweiht, dann erhielt er einen Ruf als Professor der Kolonialgeographie und Kolonialpolitik und als Direktor des Kolonialgeographischen Instituts an die Universität Leipzig, an der er noch heute wirkt.

In die Zeit vor seiner akademischen Tätigkeit fallen seine zahlreichen und weiten Reisen. Sie führten ihn 1881–1883 um die ganze Erde, 1886/87 nach Südafrika und Ostafrika, 1888 und 1889 ebenfalls dorthin, wobei es ihm gelang, als Erster den Gipfel des 6010 Meter hohen Kilimandjaro zu erklimmen. 1894 weilte er auf Tenerife und bestieg den Pik, 1899 arbeitete er abermals am Kilimandjaro, 1903 in Ecuador und 1911 zum letzten Male in Ostafrika, das seiner Länge nach durchquert und in seiner nordöstlichen Ecke, dem Zwischenseengebiet, näher untersucht wurde. Auch diesmal wurden zwei Hochgipfel, der 4500 Meter hohe Karissimbi und der aktive Niragongovulkan, bezwungen.

Die Früchte dieser Reisen hat Hans Meyer zunächst in mehreren größeren Reisewerken niedergelegt. Der Band 25 dieser Sammlung und auch der hier vorliegende Band bringen Auszüge davon. Aber darüber hinaus hat der Gelehrte eine umfassende rein wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet. Sie nahm ihren Ausgang anfänglich von seiner literarischen Arbeit im Bibliographischen Institut. Die Sammelwerke »Das deutsche Volkstum«, zu dem er selbst einen einleitenden Abschnitt schrieb, und die Sieverssche »Länderkunde« verdanken ihm ihre Entstehung, und grundlegend wurde sein »Deutsches Kolonialreich«, zu dem er den starken Band Deutsch-Ostafrika beisteuerte. Neben diese rein wissenschaftlichen Arbeiten treten zahlreiche mehr praktisch eingestellte Aufsätze und Bücher. Durch seine Tätigkeit als Mitglied des Kolonialrats, als Vorsitzender der Landeskundlichen Kommission des Kolonialamts, als Vorstandsmitglied der Kolonialgesellschaft und des Kolonialwirtschaftlichen Komitees hat er jahrzehntelang zu den maßgebenden Persönlichkeiten der deutschen Kolonialpolitik gehört, zahlreiche Ehrungen dafür empfangen und, abgesehen von den großen Kosten seiner sämtlich aus eigenen Mitteln bestrittenen Reisen, auch große persönliche Opfer gebracht durch reiche Stiftungen an die Berliner und Leipziger Museen und Universitäten. Sein schönes Leipziger Heim, in dem seine liebenswürdige Gemahlin, eine Tochter Ernst Haeckels, waltet, ist wohl den meisten der führenden deutschen und außerdeutschen Geographen und Kolonialpolitiker in freundlicher Erinnerung.