Schädel eines von mir erlegten Nilpferds.
Dr. R. Kandt sagt sehr treffend: „Das Gebiß sieht aus, als wäre dem Tier bei der Schöpfung eine handvoll Zähne in jeder Form und Größe in den Rachen geworfen worden, von denen jeder gerade Wurzel faßte, wo und wie er zufällig hinfiel“.
Das Tierleben an solchem stillen Weiher zu beobachten, hat großen Reiz.
Der helle, melodische Schrei des weißköpfigen Adlers ertönt aus der Luft. Blütenweiße Edelreiher, Schlangenhalsvögel und graue Fischreiher sitzen auf kahlen Ästen der Uferbäume, die ebenso wie das hohe Rohr mit den zierlich geflochtenen Nestern der gelben Webervögel übersät sind.
Da streicht ein Riesenreiher mit kupferrotem, im Bogen zurückgelegten Hals über den See hin und fällt in meiner Nähe ein. Der „Korongo“[14] steht vielleicht eine Stunde lang bewegungslos, bis er plötzlich mit seinem Kopf nach unten fährt und mit einem zweipfündigen Fisch im Schnabel langsam in ganz flaches Wasser schreitet, wo er den noch Zappelnden bedächtig niederlegt.
Mit schwirrendem Flug kommt einer der bunten Königsfischer angeflogen und setzt sich auf einen Zweig, dicht vor meiner Nase, so daß ich das farbenprächtige Kleid bewundern kann. Der kleine Räuber ähnelt mit dem großen, starken Schnabel dem Bolzen einer Armbrust.
Besonders stark sind die Flußpferde gegen Abend zu vernehmen; wenn eins seine Stimme erhebt, ertönt fast ununterbrochen Antwort aus entfernteren Herden.
Es wird noch lange dauern, bis das letzte Kiboko aus den Flüssen Ostafrikas verschwindet; aber die an paradiesische Zeiten erinnernden großen Herden Tag für Tag um sich zu sehen, das mag nicht mehr vielen Jägern beschieden sein.