Den abgeschnittenen Kopf trugen acht Neger mit Mühe an einem langen Baum; er mag wohl nahezu vier Zentner gewogen haben.
An diesem Tage konnte ich noch ein merkwürdiges Erlebnis aufzeichnen: als wir unter einer etwa zwei Meter hohen, steilen Uferböschung ziemlich geräuschlos entlang fuhren, sprang ein großes Krokodil dicht über das Boot weg ins Wasser.
Ein andermal schoß ich zusammen mit Herrn Bezirksamtmann Graß eine Flußpferdherde ab, in der einige angriffslustige Bullen waren. Die Bootsunfälle, durch Angriffe der Flußpferde hervorgerufen, waren an dieser Stelle so häufig, daß die Neger sich mit ihren Booten nicht an der Herde vorbeizufahren trauten, wenn nicht ein Askari mitfuhr, (der durch sein Knallen wahrscheinlich nur dazu beitrug, die Tiere noch mehr zu reizen).
Der Strom war hier so tief, daß die Tiere entkommen konnten, indem sie weite Strecken unter Wasser zurücklegten.
Wir mußten deshalb auf dem Ufer nebenherlaufen, um in einem neuen Versteck schon in Anschlag zu liegen, sobald die Tiere an einer entfernten Stelle wieder auftauchten.
Jagd vom Boot aus.
Oft habe ich Flußpferde mit dem Boot verfolgt und so geschossen. Bei dieser Jagdart müssen die Ruderer genau auf jeden Wink des Schützen achten, weil die Kunst darin liegt, an der richtigen Stelle zu sein, wenn der Kopf des Tieres auftaucht. Dann erscheint die breite, borstige Schnauze manchmal dicht vor dem Boot und wird im Schreck über die so unerwartet nahe Gefahr unter kurzem Prusten wieder unter Wasser gesteckt.
Die Begegnungen, die ich bei monatelangem Aufenthalt an Flüssen, Seen und Sümpfen mit Flußpferden und Krokodilen hatte, sind zahlreich und gaben mir viele Beobachtungen.
In manchen Gegenden ertönte der tiefe, urkräftige Baß der alten Flußpferdbullen Tag und Nacht. Keine andere Tierstimme hat so ungeheure Macht und Stärke. Aus Seen mit dichtem, üppigen Schilf und schwimmenden Pflanzen dröhnt zur Mittagszeit das Grunzen, von dem man nicht weiß, ob es Groll oder Wohlbehagen ausdrücken soll. Heiß brennt die Sonne auf dem Wasser. Oft habe ich schweigend zugehört, wenn ich am Ufer in einem der tief ausgetretenen Pässe saß, auf denen das Kiboko nachts dem Wasser entsteigt.