Leider mußte ich die Kassetten schnell öffnen und die Platten herausnehmen, denn es war Wasser hineingedrungen; der schwarze Belag blätterte von den Rückwänden ab, dennoch sind alle späteren Aufnahmen gut gelungen.

Wir sprachen über den kleinen Unfall, der einen so harmlosen Ausgang hatte. Mein Begleiter sagte, er wisse ganz genau, wie er durch die Luft geflogen sei, ich sei in kürzerem Bogen ins Wasser gerutscht.

Es war merkwürdig, daß ich mich auf diesen Augenblick gar nicht besinnen konnte; vielleicht hatte der starke Stoß mir für Bruchteile von Sekunden die Besinnung geraubt. So erklärt sich auch nur, daß ich mein Gewehr losließ.

Ich glaube nicht, daß das Flußpferd uns hat annehmen wollen, sondern es hat in so flachem Wasser gestanden, daß das Boot es berühren mußte. Da ist das Tier erschreckt losgesprungen, hat, vielleicht lediglich durch eine kurze Bewegung seines starken Kopfes, das Boot in die Luft geworfen und dann über die nächste Sandbank hin das Weite gesucht.

Es ist schwer, das Verhalten eines Tieres richtig zu beurteilen. Ich bin der Ansicht, daß die Tiere im allgemeinen froh sind, wenn man sie in Ruhe läßt, und daß sie nur, wenn man sie plötzlich stört und belästigt, im ersten Unwillen sich ihrer Kraft bewußt werden und auf den Störenfried drauflosrennen.

Die Tatsache war aber nicht zu leugnen, daß uns ein Flußpferd in die Luft geworfen hatte, und wir waren froh, den Schreck so billig bezahlt zu haben.

Völlig durchnäßt setzten wir die Verfolgung der Flußpferde in dem noch schwimmenden Boote fort.

Ich wollte einen starken Bullen schießen und mich dadurch für den Verlust der schönen Aufnahme schadlos halten.

Als ein starker Kopf die Augen und die Ohren aus dem Wasser steckte, schoß ich. Der Schuß ging dicht vor den Augen durch den Schädel. Einige Sekunden blieb das Flußpferd unter Wasser, dann sprang es hoch heraus und schweißte stark. Mit geöffnetem Maul erschien es immer wieder an der Oberfläche; es schien unfähig zu sein, in tiefem Wasser aufzutauchen und suchte deshalb die Nähe einer Sandbank, wo es halb aus dem Wasser herausstand und sich um nichts zu kümmern schien. Wahrscheinlich war es vor Schmerz apathisch.

Ich ließ gerade auf das Tier zusteuern. Als wir ihm auf Bootslänge nahe waren, erkannte es die Gefahr, wandte sich plötzlich um und fuhr ungestüm auf unser kleines Boot los; ein schneller Schuß ins Gehirn tötete das Flußpferd jedoch auf der Stelle, kurz bevor es das Boot erreichte. Zweifellos hätte das schwer gereizte Tier uns gefährlich werden können.