Das Orchideenhaus erinnerte mich an die begeisterten Schilderungen eines Freundes, dessen Lieblinge diese schmarotzenden Schönen waren; ich sah hier manche der Wunderblüten, die ich bisher nur von bunten Tafeln her kannte.
Muskatnuß und Kokain, Gummilianen und Teeblüten entdeckte man. Ungeheuerlich wirkte das mächtige Bambusgebüsch am fließenden Wasser. Da war jedes Rohr ein dicker Stamm, alle Gräser zusammen bildeten unten einen geschlossenen Zaun, und man konnte sich vorstellen, welche Schwierigkeit es sein mag, in einem Bambuswald vorzudringen, wenn nicht Elefanten uralte Wege offen gehalten haben.
Von der Bahn aus hatte ich ein merkwürdiges Tier gesehen: eine Rieseneidechse, die wie ein Krokodil langsam über die Böschung kroch. In Colombo wurde mir gesagt, daß es nicht schwer sei, solche Tiere im Lande anzutreffen, und daß auch die Vogelwelt im Tieflande überaus bunt und vielseitig sei.
So machte ich mich eines Tages auf den Weg um unter Führung eines Jägers in der Ebene südlich von Kolombo umherzustreifen; nach mehrstündiger Bahnfahrt verbrachte ich die Nacht in einem englischen Rasthause.
Am folgenden Morgen durchwanderten wir frische grüne Wälder. Mein Führer kannte alle die bunten Vögel, die in großer Zahl im Walde flogen. Bald hatte ich eine kleine Kollektion beisammen, und wir hatten bis in die Nacht zu tun, die Ausbeute zu präparieren.
Es sind die einzigen Vögel geblieben, die ich im Auslande gesammelt habe. Die Mühe des Präparierens war mir zu groß, wo größere Trophäen lockten; deshalb habe ich in Ostafrika außer Hühnern und Tauben fast keinen Vogel geschossen.
Mit der bunten Ausbeute, die jetzt in einem Glasschrank an den ersten bescheidenen Jagdtag am Indischen Ozean erinnert, und mit zwei großen Eidechsen fuhr ich nach Kolombo zurück.
Neun Tage waren wir von Ceylon nach den Seychellen unterwegs, ohne ein fremdes Schiff zu sehen; eine rechte Seefahrt war es, auf der man das Land verlernt, nur den Himmel mit den leuchtenden Gestirnen und die dunkle Salzflut um sich sieht.
Da kommt man dazu, alte Eindrücke zu verarbeiten und auf neue hungrig zu werden.