Der Hafen von Colombo, auf Ceylon, wird von allen nach Osten gehenden Schiffen angelaufen; meist sogar mit etwas Aufenthalt, so daß die Schönheit der Insel und ihre Fruchtbarkeit sehr bekannt sind.

Der kleine Kreuzer Bussard, auf dem ich ein zweijähriges Kommando antrat, lag in dem Hafen. Er kam aus Ostasien und hatte eine schwere Seefahrt hinter sich, derentwegen man ihm einige Wochen Ruhe zu Reparaturen und Erholung gab, ein Umstand, der auch dem neuangekommenen Teil der Besatzung zugute kam.

So lernte ich außer der schönen von Palmen geschmückten Stadt auch Kandy und den botanischen Garten von Peredenya kennen, und unternahm einen kleinen Jagdausflug, der mich mit dem Charakter der Landschaft vertraut machte.

Wundervoll anzusehen ist das Bild des Hafens mit den vielen Schiffen, die hinter der langen Mole geborgen liegen, während die ungeheure Brandung von außen dagegen tobt, himmelhoch aufspritzt und eine breite See hinübergießt, die sich wie ein weißes Spitzentuch über die Mauer legt.

Krähen, von den Eingeborenen heilig gehalten, und deshalb geschont, fliegen in Menge von Schiff zu Schiff, sitzen auf den Stagen und an Land in den Bäumen. Merkwürdig genug sind auch die aufdringlichen Singhalesenbengels, die in kleinen Fahrzeugen um die Passagierdampfer herumfahren, nach Geldstücken tauchen und einen erbärmlichen Chorgesang anstimmen.

Den Tag über war man meist an Bord beschäftigt; denn nach jedem Besatzungswechsel gibt es viel zu ordnen; der Erste Offizier drängt darauf hin, die Rollen der Mannschaft recht bald einzuüben und den Schiffsdienst in die Reihe zu bringen. — Aber an den Abenden fuhr man an Land und promenierte mit Kameraden nach dem schön gelegenen Galle face Hotel oder ließ sich von einer Rickschah durch die von üppigen Bäumen eingefaßten Wege dahinfahren.

Eine Bahnfahrt in die Berge nach dem hochgelegenen Kandy führte mich durch die wechselnden Landschaftsbilder der Insel. Anfangs die Ebene mit Kokospalmwäldern, unterbrochen durch Reisfelder; die Copra, von Eingeboren geerntet, bildet ein wichtiges Produkt und wird in Colombo selbst verarbeitet.

Die ersten Anhöhen kamen, von dichtem Wald bedeckt, Regen strömte hernieder, Wolken verhüllten die Bergkuppen, die Bahn stieg bergauf und zog auf kühn angelegter Trace an steilen Berghängen entlang. Über liebliche Täler ging hier der Blick zu fernen Höhen. An den Hängen hinab floß Wasser über die Terrassen der Reisfelder; Rinder weideten dazwischen.

Nach der ägyptischen Baukunst machten die Tempel auf Ceylon geringen Eindruck. Kleinlich; es ist, als ob die Menschen nicht fähig waren, aus der Schönheit der sie umgebenden Natur etwas in ihre Kunst hinüber zu nehmen. Kuriosa sind es: der Zahn Buddhas, der Silberschatz, die abgeschmackten Götzenbilder, die heiligen Schildkröten, der heilige Baum und all der Flitter im Tempel. Desto großartiger ist die Natur und besonders die Palmenwelt in dem geräumigen botanischen Garten von Peredenya. Da stand eine Allee von Fächerpalmen wie das Peristil eines griechischen Tempels. Die Formenfülle der hier vertretenen Palmen berauschte das Auge. Neben der Lodoicea Seychellarum, der größten Fächerpalme der Erde, zartgerippte Phönixarten, die Siegelwachspalme mit roten Blattstengeln und die schmückenden Königspalmen.

Ceylon.