Ein anmutiges Bild bot sich uns am Nil. Langsam glitten Boote mit hohen, spitzen Segeln über das ruhige Wasser. Dattelpalmen standen neben weißen Häusern, darüber der blaue Himmel.
Wir gelangten über die Nilbrücke zum zoologischen Garten, der nicht sehr besetzt war. Die wenigen Tiere aber, die dort in üppigem Grün umherstanden, sahen sauber und wohlgepflegt aus, wie der ganze Garten. Die Büsche hingen voller Blüten; an vielen Stellen sahen Hydranten aus dem Boden, mit deren Hilfe den einzelnen Teilen des Gartens Wasser zugeführt werden kann. Wie im Sommer in den nordischen Gärten die Tiere durch Luft und Licht besser gedeihen als im Winter, so machte es sich auch hier vorteilhaft geltend, daß sie andauernd im Freien liegen konnten.
Zwischen hohen Fikusbäumen spaziert auf freiem Rasenplatz ein seltsamer Vogel — der Walkopfstorch —; sein Schnabel ist plump wie ein Kasten. Mit ihm teilen den sonnigen Raum einige Kraniche in lebendig zurechtgeschütteltem Gefieder. Daneben der künstliche Teich mit üppigen Sumpfgewächsen, Uferbäumen, die von ihren Ästen Wurzelfäden zum Wasser hinabsenden und breitblättrigen Wasserpflanzen: eine erdrückende Fülle.
Uns fesselten weniger die ausländischen Tiere, die Hirsche aus Europa und Ceylon, die Bären, die nicht auf afrikanischem Boden heimisch sind, sondern die Vertreter der ägyptischen Fauna; sicher wäre es eine vorteilhafte Beschränkung, wenn in solchen Tiergärten, die kaum einer allgemeinen Belehrung dienen können, die Tierwelt des Landes in der ihr eigenen Umgebung und in ihrem Klima möglichst vollständig gezeigt und auf die fremdländischen Vertreter weniger Wert gelegt würde. — Ein hervorragendes Beispiel der Art ist der große Rhodespark in Kapstadt.
Die wenigen Gazellen aus dem Sudan waren reizend anzusehen.
Der Nachmittag sah uns in dem Geschäftsviertel der Stadt Kairo, nachdem wir die Menge der Wagen an uns hatten vorbeifahren lassen, die zum Korso den Weg über die große Nilbrücke nach Gizeh nahmen.
Es gehört Kenntnis der Volkstypen dazu, um sich in dem Menschengewirr, das die engen Gassen der Bazars füllt, zurechtzufinden. Mich beschäftigte nur das bunte Bild; die Menschen aller Farben, zwischen den Läden mit Teppichen, Goldarbeiten, Ölkuchen, Anzügen, Metallwaren und Spezereien.
Die Eisenbahn brachte uns in unruhiger Nachtfahrt nach Suez. Der Dampfer hatte inzwischen den Kanal passiert und nahm uns auf, um seinen Weg durch das Rote Meer nach Colombo fortzusetzen.
Auf Ceylon.