Erfolgreiche Nachsuche.
In der Nacht regnete es stark, so daß ich mir von der Schweißsuche am Morgen nicht viel versprechen konnte. Ich nahm deshalb den größten Teil meiner Träger mit und begann den Busch an der Stelle, an der ich die Böcke geschossen hatte, abzusuchen. In langer Reihe, mit Abständen von zwanzig Schritt, ließ ich die Neger durch den Busch gehen und fand bald den einen, aber erst nach Verlauf einer vollen Stunde den zweiten Bock, gerade, als ich daran dachte, mit einem lauten „Halt“ die Suche einzustellen. Das freute mich um so mehr, als die Neger die Arbeit für ziemlich zwecklos zu halten schienen und ich ihnen beweisen konnte, daß ich getroffen hatte und nicht auf einen Fehlschuß hin die langwierige Nachsuche unternahm.
„Schieß doch ein anderes Stück,“ hatte der Ombascha schüchtern gesagt „hier sind ja so viele.“
Merkwürdigerweise waren beide Böcke während der Nacht von Raubtieren nicht berührt worden, und auch die Aasvögel, die sonst oft dem Jäger den Weg zu einem erlegten Stück Wild zeigen, fehlten ganz.
Hartebeest, weiblich.
Da wir die Reittiere mitgenommen hatten, entschlossen wir uns zu einer weiteren Pürsche durch den Busch und die Uferpartien des Sees. Aber die Feldflaschen waren vergessen; wir mußten zum Lager schicken und warten.
Zebras und Hartebeeste.
Während die Neger im Schatten ruhten, kletterte ich auf einen Baum und sah in dem hohen Gras zahlreiche Zebras, Hartebeeste, Riedböcke und Wasserböcke. Durch das Gras gedeckt kam ich an ein Rudel Zebras nahe hinan. Die feine Zeichnung dieser schönen Steppenpferde fiel mir heute besonders auf; die Linien und Streifen über die Decke hin, über Kopf, Hals und Mähne gaben ihnen ein samtartiges, geschmücktes Aussehen. Die Zebras waren voll und rund, ganz im Gegensatz zu unseren Reittieren mit ihren eckigen Formen. Lange genoß ich den schönen Anblick. Auf meinem Maultier ließen sie mich sehr nahe kommen und flüchteten dann im Galopp. War das ein Anblick für den Naturfreund und Jäger! Wie die Mähnen federten, die Schwänze flatterten! Dicht drängte sich das Rudel in der Flucht zusammen, und Staub schwebte hinter ihm.
Unteroffizier Lauer schoß sein erstes Hartebeest. Der Boy kam mit den Feldflaschen voll kaltem Tee. Ein Imbiß wurde genommen: kalter gekochter Reis und eine Dose Sardinen.