„Verwaist“, lautete die Unterschrift. — —

„Mir sind die Jäger überhaupt unverständlich,“ sagte ein Freund, „sie schießen die Tiere tot und nachher tut es ihnen leid.“

Unteroffizier Lauer sieht sich das Gehörn meines am Rufiyi erlegten Büffels an. Daneben liegen Gehörne von Gnus, Wasserböcken und eine Rappantilope. — Im Hintergrunde sieht man den Pallisadenzaun, links eine angefangene Hütte, rechts die „Hauptwache“, und den Hund „Moritz“.

Büffeljagden.

In Ostafrika gilt das Gehörn eines starken Kaffernbüffels als die schönste Trophäe, die ein Jäger erbeuten kann. Nicht mit Unrecht steht hier der Büffel über dem Löwen; denn ob man einen Löwen antrifft, ist meist Zufall, und die Reviere, in denen man mit der Absicht, Löwen zu schießen, pirschen kann, sind selten. Der Erfolg ist weniger von der eigenen Kunst als vom Glück abhängig. Wer aber heute Büffel jagen will, muß sie suchen, darf keine Mühe und Anstrengung scheuen und kann dann den Erfolg meist dem eigenen Geschick zuschreiben. Wer die entlegenen, schwer zugänglichen Plätze, an denen Büffel stehen, nicht aufsucht und sich von Mißerfolgen abschrecken läßt, wird die heimlichen Rinder der Wildnis nicht zu sehen bekommen.

Man unterscheidet mehrere Arten von afrikanischen Büffeln; unter ihnen ist der Kaffernbüffel der stärkste. Ihm nahe steht der abessynische; der westafrikanische Rotbüffel ist kleiner, die Hörner sind kurz, die hellere, gelbbraune Färbung läßt den Ausdruck der Wildheit nicht so stark hervortreten.

Den Kaffernbüffel zeichnet seine Seltenheit, seine aus vielen Berichten bekannte Angriffslust und Gefährlichkeit aus, und macht die Jagd auf ihn zu dem reizvollsten Unternehmen, das der Jäger in Ostafrika kennt. Von ihren Büffeljagden erzählen selbst alte Jäger mit großer Wärme und Begeisterung, und ich habe oft gemerkt, daß mein Ansehen als Jäger bedeutend stieg, wenn ich meine starken Büffelgehörne zeigen und wenn ich glaubhaft machen konnte, ich habe sie selbst erbeutet.

Nach dem, was ich mit den Büffeln erlebte, verstehe ich auch, daß jeder erfahrene Jäger den Erzählungen von Büffeljagden mit besonderer Neugierde lauscht.