In der kleinen Hütte war ein starker Negergeruch, den ich in Kauf nehmen mußte. Der Schwarze hockte dicht bei mir, nestelte an seinem Hüfttuch herum, holte Tabak heraus und schob ihn in den Mund und die Nase.
Im Schein des Feuers sah ich, daß er große Narben im Gesicht und auf dem Schädel hatte, und er erzählte mir, daß ihn ein Leopard vor mehreren Jahren in der Nacht auf einer Wachthütte besucht habe. Er habe geschlafen, sich plötzlich gepackt gefühlt, um sich gegriffen, den Leoparden mit aller Kraft gefaßt und geschrien; da sei seine Bibi mit Feuer gekommen und habe ihn befreit. Ob der Leopard mehr gebissen oder geschlagen hatte, konnte der Mann mir nicht sagen.
Die Zikaden zirpten ununterbrochen.
Eine Fledermaus besuchte unseren kleinen Raum und flatterte geisterhaft um das Strohdach.
Von Zeit zu Zeit ertönte das mächtige Brüllen der Flußpferde fern und nah; dann hörte man wieder Rufe, Scheuchen und Schlagen von Trommeln rundum in den Feldern.
Stunden vergingen — —. Wenn mir der Kopf niedersank, durchfuhr mich ein Gefühl des Ekels bei dem Geruch, der den Gegenständen in der Hütte anhaftete; ich sah wieder in die Dunkelheit hinaus.
Elefanten in den Feldern.
Stunden vergingen — —. Mit einmal war ich wieder ganz wach und mein Herz schlug schneller: „Elefanten,“ sagte der Neger leise. „Sie kommen in die Schamba.“
Ich hörte nur ein leises Streichen von Gräsern, ein Schurren, Kluppen, Schnaufen; dumpfe Stöße; aber alles dies so leise, daß nur die Phantasie sich die Nähe der großen Tiere dazu vorstellen konnte. Nichts von dem Trompeten, auf das ich gehofft hatte. Ich horchte lange hinaus in die Nacht und als ich genug gehört hatte, sang der Neger laut und schlug auf eine dumpfe Trommel.
Ich ging auf Umwegen zum Dorfe zurück und merkte dabei, daß es unverständig ist, in diesem Lande nachts allein zu gehen; man sieht und hört Gespenster.