Fünf Stunden lang folgten wir der Fährte in heißem Sonnenbrand, ohne auszuruhen. Je höher die Sonne stieg, um so schwieriger war es, das Alter der Fährte zu bestimmen, was notwendig war, weil oft andere, ältere Fährten dazwischen kamen, denen zu folgen natürlich zwecklos gewesen wäre.
Wenn ich zum Beispiel zwei Fährten vergleiche: Ich nehme an, die eine ist von gestern früh, die andere von heute nach Sonnenaufgang. Es ist Trockenzeit; kein Regen; aber nachts fällt Tau.
Dann ist die Fährte von gestern früh den ganzen Tag über von der Sonne beschienen worden; die Bruchstellen abgebrochener Blätter und Gräser sind dadurch getrocknet. Danach ist der Nachttau in die Fährte gefallen und hat alles gleichmäßig mit Feuchtigkeit benetzt.
Die Fährte von heute früh dagegen ist trocken, weil der Huf des Wildes die Tauschicht durchbrochen und den trockenen Sand von unten heraufgewühlt hat; abgerissene Blätter aber zeigen nasse, also frische Bruchstellen.
Ich ging bis auf acht Meter hinan. Der größere Elefant hatte sich hingeworfen und schnarchte.
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GRÖSSERES BILD
Das sind die Unterschiede zwischen zwei Fährten von verschiedenem Alter. Je höher aber die Sonne steigt, um so feiner werden diese Unterschiede; denn auch die heute früh abgebrochenen Blattstengel fangen an zu trocknen und der Tau verdunstet. Das macht dann oft viel Kopfzerbrechen. Aber es gibt für den aufmerksamen Fährtensucher auch dann noch viele Merkmale, mit deren Beschreibung ich den deutschen Jäger langweilen würde — und meine übrigen Leser vielleicht noch mehr. —
(Bald findet man eine Schramme an einem Baum, an einer Stelle, die nach Westen liegt; ist diese Wunde an der Haut des Baumes so frisch, daß man annehmen kann, die Nachmittagssonne des vorigen Tages habe nicht darauf geschienen, so wird man sie mit den Elefanten von heute in Verbindung bringen.) Andere wichtige Merkmale sind: der Zustand der Losung; Wassertropfen und Schlamm an Stellen, wo der Elefant durch einen Sumpf gegangen ist. Aus alledem geht hervor, daß der Jäger, wenn er eine Fährte beurteilen will, an die Witterung der letzten Tage denken muß und daß er die Veränderungen kennen muß, denen eine Fährte unterworfen ist.
Wenn man einer Fährte schon meilenweit gefolgt ist, kennt man sie meist schon genau an der Größe und Form der Fußabdrücke, an dem Schrank und der Entfernung der Tritte voneinander, so daß es dadurch wieder etwas leichter wird, Fehler zu vermeiden.