Er ging zum nächsten Baum und begann dasselbe Geschäft. Dann ging er weiter; ich folgte ihm, auf den Zehen laufend, mit geschultertem Gewehr wie eine Schildwache, so dicht, daß ich die Ausführung der bekannten Wette für möglich hielt, dem Elefanten unbemerkt einen Kreidestrich auf den Hinterschenkel zu machen!

Der Elefant ging zwischen hohem Gras auf einem ausgetretenen Wege. Ein kleiner Elefant kam „uns“ auf diesem Wege entgegen. Mein Vordermann blieb stehen, bis der andere mit ihm Kopf an Kopf stand und die Elfenbeinzähne zusammenklappten. Wohl dreißig Sekunden standen sie so, ohne daß einer Lust zeigte auszuweichen. Dann ging mein Elefant weiter und schob den kleinen rückwärts, bis er nach der Seite auswich und nun auf mich zukam.

Ich ging vom Wege ab und drückte mich seitlich in das Gras, war aber höchstens zwanzig Schritt weit gegangen, als ich mich niederducken mußte; denn der Elefant war schon zu nahe und ich glaubte, daß er mich sehen und hören müsse, wenn ich weiterging.

Der Elefant ging ganz ruhig auf dem Wege; aber als sein Rüssel über die Stelle schlenkerte, wo meine letzte Fährte war, schnaubte er und lief erschreckt nach der andern Seite. Dort verschwand er zwischen den Büschen.

Zum Glück hatte der andere Elefant nichts davon gemerkt.

Ich folgte ihm wieder und traf nach etwa einer Stunde mit zwei anderen Elefanten zusammen, die beide nur den rechten Zahn hatten.

Rappantilope und Löwen.

Da sah ich plötzlich den Kopf einer Rappantilope hundert Schritt von mir aus dem Grase herüberäugen. Ich hatte noch keine dieser schönen Antilopen geschossen, ließ sofort von dem Elefanten ab und gab der Rappantilope einen Schuß auf den Stich. Deutlich hörte ich den Kugelschlag und der Bock stürmte in rasender Flucht in das Schilf hinein. Ich wußte recht genau, wie er getroffen war und daß er nicht weit gehen würde, wollte aber die Schweißfährte doch erst nach einer Stunde aufnehmen, um den Bock nicht zu verlieren und pirschte deshalb weiter.

Ich hatte gerade die Kamera in der Hand, um einen merkwürdigen Termitenhügel zu photographieren und suchte nach einem günstigen Standpunkt im Schilf, als dicht vor mir ein Knurren ertönte und meine Begleiter gleichzeitig mit dem Schreckensruf „simba“[28] zurückstürzten. Ich sprang schnell auf den Termitenhügel zu, stieß die Kuppe ab und stellte mich mit der Kamera obendrauf, konnte aber den Löwen nur noch eben im Grase verschwinden sehen.

Da raschelte es hinter mir und ein zweiter Löwe suchte in dem dichten Grase das Weite.