Gehörn einer Rappantilope.

Wie aus einem Schlot stieg heiße Luft daraus hervor. Die kleinen, dickköpfigen Termiten, in deren Staatswesen Liebe und Arbeit so streng getrennt sind, kamen herauf und brachten aus der dunklen Tiefe neue Erde, um den Schaden auszubessern. Zwischen den Arbeitern standen, wie Schutzleute im Straßengewühl, Aufseher mit großen Kopfzangen, ermunterten die Ankömmlinge, wiesen ihnen die Richtung des Weges an und trieben Säumige, die ihren Baustein schon angeklebt hatten und sich an der frischen Luft verpusten wollten, zu beschleunigter Rückkehr an.

Ich zeigte meinen Leuten den „Nyampara“ (Aufseher) und die fleißigen Arbeiter — nicht ohne ein Gefühl der Wehmut, daß auf unseren Plantagen die großen Zangen schon beinahe rudimentär geworden sind.

Ich war einer Büffelfährte gefolgt und dabei in die Nähe des Lagers gekommen, und hatte keine Lust, den Rappbock selbst zu suchen: deshalb schickte ich einige Askari und Neger hin. Die kamen gegen Abend wieder und sagten, der Bock sei nicht zu finden und setzten hinzu, ich hätte vorbeigeschossen.

Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen!

So mußte ich denn am nächsten Morgen selbst hinaus, erlegte ganz in der Frühe einen Riedbock und einen Buschbock und kam gegen acht Uhr an die Stelle, wo ich die Rappantilope geschossen hatte.

Da saßen auch schon Geier auf einem Baume und als ich näher kam, erhoben sich gegen vierzig dieser afrikanischen Totverweiser von einer Stelle, wo mein Bock lag; kaum hundert Meter vom Anschuß: die Neger waren doch einmal wieder überführt worden, daß ich niemand ausschickte, wenn ich nicht getroffen hatte, und daß sie unzuverlässig arbeiteten.

Der Bock war nur an den Lichtern, dem Geäse und an anderen leicht zugänglichen Stellen angefressen.[29]

Ich hatte jetzt drei sehr verschiedene Antilopen im Lager beisammen: den Buschbock,[30] den Riedbock[31] und die bunte Rappantilope.[32]