Die Rappantilope war besonders schön. Der Reichtum an verschiedenen Haarfarben, von schwarz über rotbraun bis weiß, war auffallend. Der Bug und Rücken waren schwarz; Hals, Kopf und Luserspitzen rot, die Luser innen weiß. Die Grundfarbe des Kopfes war schwarz, dazwischen liefen weiße und rote Linien. Der Hals und Rücken waren bis dreiviertel der Körperlänge von einer dunklen Mähne bedeckt.

Es gab auch Elefantenjagden, die gar nichts Besonderes boten: ein Schuß aus kurzer Entfernung; der plumpe Riese sinkt zusammen und, wenn er nicht allein war, laufen die übrigen davon.

Die Poesie des afrikanischen Weidwerks.

Über die Landschaft, den Himmel und die Umgebung, in der die Jagden stattfanden, könnte ein deutscher Jäger mit tiefer Empfindung schreiben; und es ist ein Wahn, zu glauben, dem afrikanischen Weidwerk fehle die Poesie. Was ist Poesie beim Weidwerk?

Poesie ist etwas rein Subjektives.

Der Mensch trägt es hinein in einen Gegenstand; dann ist es darin.

Dem Jäger ist das Wild untrennbar von der Umgebung, in der es lebt; dem deutschen Jäger der Rehbock untrennbar vom deutschen Wald. Da er das Ausland nicht kennt, sind für ihn ausländische Tiere nur Zoologika. Hinter Eisenstangen kennt er die großen Elefanten, die trägen Nashörner, die schlanken, großäugigen Giraffen, die plumpen Nilpferde und die vielen Antilopen, (die man unmöglich unterscheiden kann!) und die — ein verächtliches Achselzucken — schwarze Hornknüppel auf dem Kopfe tragen.

Anschauung fehlt. Und wer von afrikanischen oder indischen Jagden erzählt, darf nicht vergessen, erst die Natur zu schildern, in der das mächtige Leben sich harmonisch entwickelt. Sonst können sich seine Zuhörer nicht von dem Bilde der Menagerie losmachen; denn daher allein stammt ihre Anschauung.

Ist ihre Phantasie geschickt in die weiten Steppen hineingelockt, auf die steinigen Hügel oder in die großen Sümpfe, dann werden sie auch mit „regsamem Sinn den tiefen und mächtigen Eindruck empfinden, den die Fülle des Lebens erzeugt“;[33] dann werden sie fühlen, daß ein lebensfroher Mensch sich auch einer fremden Natur angliedern kann, als sei er in ihr groß geworden, dann wird der deutsche Jäger das Vorurteil aufgeben, die Liebe zum Wild beginne unter den deutschen Kiefern.