Nashornjagd.
Nashörner.
Als ich die Elefantenbilder gemacht hatte und gezeigt, daß sich ein sorgfältiger Pirschjäger dem afrikanischen Elefanten ebensogut mit der Kamera wie mit der Büchse nähern kann, fanden sich viele, die sagten: „Ja, aber das Nashorn, das sollten Sie mal vor die Büchse kriegen, da wird Ihnen anders!“
Und es würde mir wahrscheinlich heute noch geantwortet, daß die Hauptbeschäftigung des Nashorns sei, Menschen aufzuspießen, und daß ich mit diesem leibhaftigen Satan zusammenkommen müsse, um zu erfahren, wie einem Kulturmenschen zumute wird, wenn er einem Nashorn „in der Wildnis“ gegenübersteht: wenn ich nicht selbst Nashörnern gegenübergestanden hätte.
Berichte nervöser Männer sind an solcher Meinung schuld!
Ich freue mich deshalb, daß ich Nashörner geschossen, beobachtet und photographiert habe, und daß außer dem Gorilla, den ich selbst noch für den gefährlichsten Gegner eines Jägers halte, kein Tier der Fauna Afrikas übrig ist, auf das ich nicht gejagt habe und über dessen Verhalten ich nicht selbst in der kurzen mir zu Gebote stehenden Zeit Erfahrungen gesammelt habe.
Die Nashörner sind Pflanzenfresser und haben keinen Grund, dem Menschen nach dem Leben zu trachten, solange sie sich nicht belästigt und angegriffen fühlen.
Dann allerdings beginnt die Gefahr, für die jeder, der von Jugend auf dem Weidwerk huldigt und Soldat gewesen ist, doch wohl genügend gerüstet sein dürfte!
Vergeblich bin ich mit der Kamera dem satten und deshalb menschenscheuen Massailöwen nachgelaufen; ich habe keine Bilder mitbringen können, weil die wenigen Löwen, die ich mit eigenen Augen sah, flüchteten; scheuer waren, als alle anderen Tiere.
Aber Nashörner habe ich noch gefunden und photographiert.