Meine Füße schmerzten an mehreren Stellen; trotzdem ging ich gegen Abend mit einer Patrouille in den Wald.

Ich ließ mir die Gummilianen zeigen, die wild im Walde wachsen und den Reichtum der Berge bilden.

In lichtem Buschwald zog ein Stück Wild über eine Anhöhe. Ein gewaltiger Hirsch. Durch mein Doppelglas erkannte ich auf dem grauen Tierkörper weiße Streifen; es war ein Kudu.

Das Tier stand und scheuerte sich mit den hellen Spitzen seiner hohen, gewundenen Hörner in der Flanke.

Wie gerne hätte ich dies in Ostafrika seltene Tier verfolgt, aber es ging nicht; die Schenzi waren nahe.

Als ich weiterging, fand ich in einem Dorf eine kleine Werkstatt, in der die Schenzi die Feuersteinschlösser ihrer Gewehre zu Hahnschlössern mit Zündhütchen umarbeiteten! Geschickt geschnitzte Gewehrschäfte lagen da; Bohrer, Feilen und anderes Handwerkszeug.

Die Lehrer der Völkerkunde sprechen von dem kriegerischen Geist, der die Bewohner der Steppe von den Bewohnern des Fruchtlandes unterscheidet. Auch diese Kitschileute, die in den Bergen wohnen und ihre Feldfrüchte in jedem Jahre auf einem anderen, neugerodeten Land bauen, stehen der Zivilisation ferner als die Rufiyileute und sind deshalb sehr wohl mit den Steppenbewohnern zu vergleichen. Kriegerisch sind sie, während die Ackerbürger am Fluß sehr schnell zur Unterwerfung neigten.

Als wir aus den Bergen zurückkamen und die Ebene wieder erreichten, blieb ich noch eine Nacht am Ufer des Flusses, der Boma bei Mayenge gegenüber. Mein Zelt stand auf der Höhe zwischen den Trümmern eines niedergebrannten Dorfes.

Flußpferd im Mondschein.

Der Mond schien, als mir mitten in der Nacht gemeldet wurde, ein großes Flußpferd komme die Dorfstraße herunter. Es war nahe beim Lager und ging hinter einer Häuserwand vorbei, an die ich leise hinanschlich.