Wir hatten unerhört gegen den Strom anzukämpfen.

An einer Stelle wurde der Bug des Schiffes so plötzlich von einer stärkeren Strömung zur Seite gedrückt, daß er das Schilf der Uferböschung unter sich schob. Wir wurden erst wieder flott, als alle ins Wasser sprangen und auf schwimmenden Inseln, bis an die Brust im Wasser stehend, den Bug an einer Leine freiholten. Zum Glück waren unsere Kleiderkisten in demselben Boot und wir konnten uns gleich wieder trockene Sachen anziehen.

Mein rechtes Bein war von den entzündeten Wunden so angeschwollen, daß ich in Panganya mehrere Tage liegen mußte. Glücklicherweise ging die Entzündung durch nasse Verbände bald zurück.

Herr Wiebusch hatte mehrere hundert Hacken mitgebracht, um Land für Baumwolle vorzubereiten. Es fehlte ihm an Arbeitern. Für Geld hätte er in dieser Zeit auch keine bekommen; da er aber Korn von der Küste heraufbrachte, hatte er in dieser Hungerzeit das beste Zahlungsmittel. Jeden Jumben, der kam und über die Not klagte, schickte ich mit seinen Negern nach der Baumwollpflanzung.

Nach einigen Tagen war dort ein reges Leben. Mehrere hundert Neger schwangen die langstieligen Hacken und rodeten das kräftige Schilfgras. Gegen abend kamen sie zur Poschoausgabe.

Ich blieb eine ganze Woche bei Herrn Wiebusch. Tagsüber sah ich der Arbeit zu, las und schrieb; abends versammelten wir die „Baumwollschüler“, junge Neger aus allen Teilen der Kolonie, um uns, und ließen Theater spielen, tanzen und singen.

Die Verschiedenheit der Tänze und Gesänge war recht auffallend; jeder Stamm fand seine Gesänge ernst und schön und die des Nachbarstammes schon komisch.

Überschwemmung in der Schilfniederung der Rufiyiebene. Die Dhau mit den Askari.

Kranke Träger.