Auch ich habe einige wunderschöne Plätze in der Trockenzeit für gut gehalten und sah in der Regenzeit, daß sie große Fehler hatten.

Solange ein Land nicht gründlich erschlossen ist, kommt es für den Einzelnen darauf an, mit Brückenbauten, Dämmen und schwierigen Wegebauten möglichst zu sparen und eine möglichst billige, dauernde Verbindung mit der Küste zu haben.

Hindernisse sind Sümpfe und abflußlose Talmulden, während ständig fließende, schiffbare Gewässer nicht trennen, sondern verbinden.

Der Rufiyi wird in wenigen Jahren das Land erschließen, sobald der Dampfer der Kommune Mohorro, der schon bestellt ist, fährt.

Dann wird man auch bald von den Eigenschaften des Stromes mehr wissen und die notwendigsten Regulierungen vornehmen können.

Jetzt verlegt der Strom sein Bett andauernd, wenn auch die Verschiebung der Sinkstoffe, das Wandern der Sandbänke nach ganz bestimmten Gesetzen vor sich geht.

Auf der langen Linie, in der der Rufiyi das niedrige Land durchströmt, wiederholt sich unausgesetzt dieselbe Erscheinung: das strömende Wasser stößt sich an einer Biegung, reißt Erde los und führt sie mit sich fort.

Die leichteren Stoffe bleiben im Wasser und sinken erst ganz an der Mündung, wo der Fluß sich in hundert Armen zu einem Delta verbreitet und deshalb langsamer strömt; die schweren Stoffe setzen sich nach kurzer Zeit ab, häufen sich und bilden ein neues Hindernis, eine hohe Sandbank, an der sich der Fluß stößt und die er umgeht. Der Strom läuft deshalb in ununterbrochener Schlangenlinie.

Sehen wir uns den Strom an irgendeiner Stelle an: jetzt haben wir rechts das tiefe, schnellfließende Wasser an steilem Ufer, dessen Profil graue Tonschichten und rote, eisenhaltige Erde zeigt. Oben auf der Höhe steht hohes Schilfgras; eine Maispflanzung und große Bananenstauden werden bald herabstürzen. Links ist eine Sandbank und dahinter das höhere, alte Ufer, an dem der Strom aber nur in der Regenzeit entlangfließt.

Vierhundert Meter weiter unten bekommt der Strom eine ganz schwache Ablenkung nach links; da haben sich Sinkstoffe abgesetzt und bilden unter dem hohen Ufer neues Land. Der Strom stößt sich hier bald und nimmt seine Richtung auf die hohe, alte Sandbank am linken Ufer, die ein Erzeugnis der Hochwasserzeit ist, unterwühlt sie und trägt ihre Körnchen mit sich bis zu dem nächsten alten Ufer derselben Seite, setzt sie bald wieder ab, stößt sich und wendet sich ärgerlich wieder dem rechten Ufer zu; aber dort beginnt dieselbe Enttäuschung!