Vielleicht!

Da beginnt das Zaudern. Man soll sich für ein Gebiet entscheiden. Und wer erst einmal irgendwo angefangen hat, muß bei der Sache bleiben; denn die Jahre tätigen Schaffens, die Zeiten des frischen Unternehmungsgeistes sind kurz, und von Glück kann der sagen, der in dieser Zeit zwar schwer und mit Enttäuschungen gearbeitet hat, aber nicht umsonst seinem Ziele treu blieb.

Nun ist Deutsch-Ostafrika ein Land, das jeden, der es mit offenen Augen gesehen hat, lockt; denn die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind groß. So auch in dem Gebiet des Rufiyi. Da das Land als ungesund galt, sind zwar die Missionen fern geblieben, die ja sonst in vielen Gegenden die ersten landwirtschaftlichen Versuche gemacht und so den Ansiedler vorgearbeitet haben.

Die Erfahrungen mit dem Klima sind deshalb noch gering, sind aber wichtig, weil danach Saat- und Erntezeiten in allen Teilen des Landes verschieden fallen.

Landwirtschaft am Rufiyi.

Das Bezirksamt am Rufiyi und das kolonialwirtschaftliche Komitee machen seit einiger Zeit Versuche.

Es kommt jedoch in diesem Gebiet nicht nur darauf an, die Regenzeiten zu wissen, sondern auch die Zeit, den Umfang und die Dauer der großen Überschwemmungen.

Ein Hochwasser, wie es im Anfang des Jahres 1906 in den Küstengebieten Ostafrikas war, wird wohl so leicht nicht wieder kommen. (Es war eine nützliche Warnung; sogar die Brücken der Bahn über den Kingani hatte man zu niedrig geplant und der Fehler konnte noch mit geringem Verlust verbessert werden.)

Wer sich im Küstengebiet ansiedeln will, muß sich die Gegend seiner Wahl erst zu allen Jahreszeiten ansehen, wenn ihm nicht das Bezirksamt, eine Mission oder ein anderer Ansiedler gleich einen günstigen Platz vorschlagen kann.