Ja, es wird nur eine Frage der Zeit sein, ob an den Schnellen ein großes Stauwehr gebaut wird, damit die ungeheuren Wassermassen, die sich in der Regenzeit durch das enge Tor wälzen, für das weite, trockene Gebiet südlich des Rufiyi nutzbar gemacht werden. Das im vorigen Kapitel gezeigte Profil des Flußbettes scheint dazu einzuladen, von beiden Seiten auf dem festen Steinfundament an die tiefe Rinne hinanzubauen, um zuletzt die Rinne selbst (als Freiwasser) zu überbrücken.
Aber das sind Pläne, die der Zukunft gehören und deren Ausführung viel Geld kostet.
Sicher ist, daß man sich nicht mit dem Kulturland am Strom begnügen, sondern durch künstliche Bewässerung größere Landteile nutzbar machen wird.
Daß Viehzucht in einzelnen Gebieten möglich ist, beweisen die Herden der Kommune Mohorro und des wirtschaftlichen Komitees. Neben den Äckern wächst außerdem Schilfgras in großen Mengen und kann zu Kompost genommen werden.
Die Fruchtfolge ist nach den neuesten Versuchen am günstigsten, wenn jedes Feld zweimal Baumwolle trägt; im zweiten Jahre aber schon gedüngt wird. Im dritten Jahre wird Mais und Klee gesät, im vierten Jahre steht der Klee noch als Viehfutter. Im fünften folgt wieder Baumwolle. Also eine Vierfelderwirtschaft.[54]
Kaisers Geburtstag. Notizen.
Wenn ich diesmal nicht selbst den Kalender gewußt hätte, wäre mir Kaisers Geburtstag doch nicht entgangen, denn als ich am 26. Januar eine Patrouille auf zwei Tage wegsandte, fragten die Askari, ob nicht ein Tag genüge, morgen sei ja Festtag (sikur kun ya bana Kaiser). An dem Tage bekommt jeder Askari eine Rupie extra.
Auch die Plantagenarbeiter mußten mitfeiern. Am Tage wurden Wettspiele gemacht und die ganze Nacht hindurch unausgesetzt die große Trommel geschlagen.
Feuer brannten, und in gleichmäßigen Pausen wiederholte sich der Chorgesang der Tänzer und Tänzerinnen.