Vorwort.
Coelum, non animum, mutant,
qui trans mare currunt.
(Horaz. Epist. I, 11.)
Dies Buch schildert meine Erlebnisse in Ostafrika; was ich mit meinen Augen geschaut, mit meinen Ohren gehört habe, will es erzählen.
Eigene Erlebnisse: ich habe den Versuch gemieden, in meine Aufzeichnungen hinein zu verbessern, sie zu färben. Hieraus erklärt sich vielleicht, daß meine Schilderungen den Stempel starker Subjektivität tragen.
Mit herzlicher Dankbarkeit denke ich an meine Vorbilder, meine Meister und Gönner, auch wenn ich sie nicht mit Namen genannt habe. Und aufrichtig freuen würde es mich, wenn sie sich in meinem Buche wiederfänden.
Vielseitig ist unser herrlicher Seemannsberuf. Vielleicht ist das Schönste an ihm, daß mählich, und oft unbewußt, die flüchtigen Eindrücke von Ländern und Völkern und von dem bunten Leben in fremder Welt ein Stück unseres eigenen Seins werden. Man hängt oft fester daran, als es äußerlich scheinen möchte.
Ungemein günstige äußere Umstände habe ich gefunden: ich durfte Wanderungen machen, die jetzt, wo die große, stolze Flotte die Kräfte in der Heimat mehr zusammenhält, schon seltener und schwieriger werden; ich war Offizier auf einem kleinen Schiff mit glücklichen dienstlichen Verhältnissen, hatte wohlwollende Vorgesetzte, hatte Kameraden, die an allem Teil nahmen, für den Abwesenden sorgten und eintraten; ich fand freundliches Entgegenkommen beim höchsten Beamten und beim einfachsten Ansiedler; ich fand endlich ein Land voller starker und großer Hoffnungen.
Goethe schrieb aus Italien an Herder: „Ich will, solange ich hier bin, die Augen auftun, bescheiden sehen und erwarten, was sich mir in der Seele bilde.“
Nach dieser Lehre zu schauen und zu lernen habe ich mich in Ostafrika bemüht.