Die Kokospalmen blühen im sechsten Jahre und bringen im siebenten Jahre die erste Ernte. Eine Palme liefert jährlich 75 bis 100 Nüsse, je nach der Bearbeitung und Düngung, die man ihr gibt. Der schlimmste Feind der Palme ist der große Nashornkäfer, dessen Larven von den Eingeborenen eifrig verfolgt werden.
Am Strande klopfte ein Mann Bast von Kokosnüssen, um Schiffstaue davon zu machen.
Zu dem Zwecke wird die Umhüllung der Nüsse im nassen Sand einige Zeitlang eingegraben, damit die Fleischteile sich von dem eigentlichen Bast lösen, dann wird der Bast ausgeklopft und getrocknet. Das Material ist uns bekannt in der Form von Kokosmatten.
Das Tauwerk aus dem Bast muß sehr stark sein, und sieht deshalb plump aus.
Mein Esel ging ohne Zögern durch die glitzernde Flut auf das Boot los, das etwa 400 m weit vom Strande entfernt im flachen Wasser lag; ich konnte vom Rücken des Esels in das Boot hineinsteigen. Leider erlaubte der Wind nicht, Segel zu setzen; ich mußte, um mein Ziel, die Insel Tschole zu erreichen, in weitem Bogen um eine, bei Ebbe trocken fallende Landzunge herumrudern lassen. Die Baharias (Matrosen) sangen laut und kamen dadurch über die eintönige, anstrengende Arbeit hinweg. Fast eine halbe Stunde lang sangen sie dieselben Worte. „Bringt mich zu meiner Mutter Faida!“
Die schwarzen Bootsleute können, wenn es nötig ist, acht bis zehn Stunden lang ohne Unterbrechung rudern; kein Weißer könnte das aushalten. Aber merkwürdig: dieselben Leute sind zu anderer Arbeit ungeschickt und nur auf die eine Bewegung des Ruderns trainiert. Man kann wohl annehmen, daß so außerordentliche Anstrengungen ihrer Gesundheit schaden, aber daran denken sie nicht; wenn sie krank werden, sind sie für den Dienst unbrauchbar und verschwinden in der Menge. So sind es immer die kräftigsten und gesundesten aus vielen Negern, die den Dienst gerade tun und die der Weiße um sich sieht.
Tschole.
Nach einstündiger Fahrt landete ich auf der Insel Tschole. Links über den hellen Strand hin gingen viele Menschen und löschten die Ladung einer Dhau. Man hatte das Fahrzeug auf den Strand auflaufen lassen und so war es den Trägern jetzt, bei halbem Wasser ein leichtes, die Ladung zu löschen. Auch ein Rind wurde aus dem Schiff gezerrt und unter Geschrei am Lande entlang getrieben. — Eine andere Dhau lag dort, dicht besetzt mit Passagieren, und wartete die Flut ab, um nach der Insel hinüberzusegeln.
Herr Steiner führte mich in sein schön gelegenes Haus, von dessen Veranda wir die Aussicht auf die Bucht und die Insel Mafia hatten; am jenseitigen Ufer, soweit das Auge sah, standen Palmen, der Reichtum der Insel.