Aufstand? —
Wenige glaubten, daß es ernst war —. „Wir kennen unsere Schwarzen!“ „Spielen einen Stamm gegen den andern aus, wenn es irgendwo losgeht!“ —
„Heute können Sie mit dem Spazierstock durch Afrika gehen!“ „An der Küste vor allem sind Unruhen nicht zu erwarten.“
Die Worte klangen noch im Ohre, da kamen Gerüchte vom Angriff auf eine Ansiedelung und Gefährdung der südlichen Küstenplätze. Und wieder hieß es: „Zwischen Kilwa und Mohorro sitzen die Matumbi, von jeher unzufriedene Gesellen, die sich schon öfter regten; es wird nichts zu bedeuten haben.“ Doch die Nachrichten wurden dringender: Tausende bewaffnete Eingeborene bedrohten die Orte Kilwa und Mohorro; ein Ansiedler wurde ermordet, der zum Schutze einer großen Baumwollpflanzung entsandte Feldwebel mit seiner kleinen Truppe von zweitausend Schwarzen angegriffen. Man durfte sich nicht mehr täuschen, die Sache wurde ernst.
Zufällig lag der kleine Kreuzer „Bussard“ im Hafen von Daressalam. Mit seiner Hilfe tat der Gouverneur Graf Goetzen alles, was in seinen Kräften stand, um der Gefahr entgegenzutreten. Die Daressalamer Askari wurden nach Kilwa gebracht; Matrosendetachements sollten zum Schutze von Kilwa und Mohorro gelandet werden.
In den Nachmittagsstunden des 3. Augusts betraten viele schwarze Soldaten mit Patronentaschen und Gewehren das Oberdeck des Kriegsschiffs, das in dem stillen Hafen von Daressalam lag. Auf die Soldaten folgten scheue Träger aus dem Innern, die vielleicht zum ersten Male ein Schiff aus der Nähe sahen. Reittiere wurden übergenommen und auf das Vordeck gestellt; alles schon in der Dunkelheit.
Abends warf das Schiff von der Boje los und ging durch die enge Ausfahrt in See. Die Fahrrinne war heute durch Lichter gekennzeichnet. — Um Mitternacht blitzte das Leuchtfeuer von Mafia an Steuerbord auf. Hinter der Insel lag Mohorro, der Rufiyi und das Land, in dem der Aufstand ausgebrochen sein sollte.
Der „Bussard“ nahm seinen Kurs südwärts nach der Reede von Kilwa-Kivindje, dem Kilwa, das die Sklavenhändler einst angelegt haben, weil die flache, sanft ins Meer verlaufende Küste mit ihren weiten Sandbänken, dem Platz Schutz gegen die Annäherung der Kriegsschiffe bot. Dort wurde die Schutztruppe am folgenden Nachmittage gelandet und eine Abteilung Matrosen zur Sicherung der Stadt ausgeschifft.
Major Johannes ging von Kilwa aus mit der Askaritruppe nach dem Herd der Unruhen vor, während den Landungsabteilungen S. M. S. „Bussard“ die Aufgabe zufiel, die Küstenplätze zu sichern.
Im Mohorrofluß.