Der Akide führte uns durch das Schilf der Ebene zu einem Seitenarm des Stromes. Hier wurden unter schattigen Bäumen die Zelte aufgeschlagen.
Das jenseitige Ufer gehörte einer Insel; dorthin hatten sich die Bewohner von Nyamwiki mit ihrem Akiden geflüchtet. Am Nachmittage nahm ich eine Abteilung Askari mit mir und ging in westlicher Richtung. Hier waren die Häuser im Walde nicht niedergebrannt, und da mir von den Eingeborenen versichert wurde, daß die Besitzer sich den Aufständigen angeschlossen hatten, holte ich das Versäumte nach. Dann suchte ich in lichtem Akazienwald nach jagdbarem Wild.
Die Askari folgten auf etwa hundert Schritt, denn ich durfte die Vorsicht hier nicht außer acht lassen.
Die Rufiyi-Ebene bei Mayenge.
Bei den Palmen sieht man Trümmerhaufen, die Reste niedergebrannter Hütten.
Ein Gnubulle erlegt.
Als ich um einen Busch herumging, standen plötzlich vier Gnubullen auf kurze Entfernung vor mir und ich hatte es leicht, eins der prächtigen, starken Tiere zu erlegen. Es war ein Glück, daß ich nun sofort den Weg zum Lager einschlug, nachdem das Wild zerwirkt und auf die Träger verteilt war, denn bald darauf — ich saß gerade in der Badewanne — erschien zwischen den Häusern des Dorfes, die wir genau beobachten konnten, ein Trupp Aufständiger.
Mehrere Matrosen und Askari wurden ihnen entgegengeschickt. Da ereignete sich folgende Geschichte, die einem Heldenepos entnommen sein könnte: Weithin sichtbar mit langen Flinten in den Händen stand ein Häuflein schwarzer Kerle auf dem freien vorspringenden Hang zwischen den Häusern. Ein einzelner, hagerer Neger trat vor und rief auf Kisuaheli, laut, wobei er die Vokale der Endsilben in die Länge zog: „Kommt her, wenn ihr Männer seid!“ Ein Matrose aber strich sorgsam sein Gewehr an einen Baum und traf den lötfesten Gesellen so, daß er vornüber auf die Nase fiel. — Da verschwanden die andern so schnell sie konnten.
Der Akide erkannte auch diesen Gefallenen als einen Jäger. Diese schienen die Hauptanführer und die mutigsten Leute zu sein.