Am nächsten Tage wurde mir ein Schreiben des Akiden von Kooni[9] gebracht. „Komm schnell,“ schrieb der Araber, „die Schenzis sind am Flusse und wollen zu uns übersetzen. Es sind so viele wie Gras, sie werden uns töten, unsere Häuser verbrennen, wenn du nicht mit Askari kommst, — schnell! schnell!“

Nun hieß es, einen Entschluß fassen!

Sollte ich mich noch weiter von Mohorro entfernen, ohne zu wissen, was hinter mir geschah? —

Gewiß hätte ich keinen Augenblick gezögert, wenn ich der Nachricht bestimmt hätte glauben können. Aber aufs Geratewohl weiter ziehen, weil ein Akide in Furcht vor den Aufständigen eine Meldung schrieb?

Ich fragte den Akiden Melicki, ob noch viele große Dörfer, viel Leben und Eigentum dort zu schützen sei und er schilderte mir das Land in den rosigsten Farben. Da entschloß ich mich, dem Feind so schnell als möglich entgegen zu gehen und ihn womöglich zu überraschen, während er mich noch weit entfernt glaubte. Wenn das gelang, konnte es großen Eindruck auf die Schwarzen machen.

Am nächsten Morgen schickte ich eine Abteilung zur Aufklärung nach Westen, um sicher zu gehen, daß ich beim Übersetzen über den Strom nicht von herumstreifenden Aufständigen beobachtet würde.

Gegen Mittag kamen die Askari zurück und gleichzeitig traf eine Verstärkung ein: der Betschausch und fünf Askari aus Ndundu, so daß ich Ersatz hatte für die mit der Leiche des Matrosen nach Mohoro gesandte Bedeckung. In großen Einbäumen wurde auf das Nordufer übergesetzt.

Der Marsch führte uns stundenlang durch eine weite, fruchtbare Ebene mit üppigem, mehrere Meter hohem Schilfgras.

Der schwere, tonige Boden zeigte unzählige, beim Austrocknen entstandene Risse. Bei dem Dorfe Panganya standen Baumwollstauden so üppig, wie ich sie nirgendwo bisher gesehen hatte. Alle afrikanischen Getreidearten gediehen hervorragend, von dem großen Schotenstrauch, Barazi[10] genannt, bis zum Reis und den Mohogoknollen. Und immer das Wasser in unmittelbarer Nähe der Felder; ein wahrhaft gesegnetes Ackerland.