Es gab kein Halten mehr! —
Alles drängte über eine Brücke und hier war es leicht, mit schnellen Schüssen zu treffen.
Ich warf einen kurzen Blick auf meine Leute. Die Unteroffiziere und Matrosen schossen ruhig. Sergeant Kühn hatte die unsichersten der Askari in seine Nähe genommen. Diese führten die Ladegriffe noch so exerziermäßig aus, daß man die „praktische Instruktion“ dazwischen zu hören glaubte.
Nun folgte der letzte Anlauf den Abhang hinab, über die Brücke weg in ein abgeerntetes Maisfeld. Die Neger liefen auf die Sandbänke und stürzten sich in den Fluß; die Mehrzahl floh in westlicher Richtung.
Waffen, Patronentaschen und sogar den leichten, aus Pflanzenmark hergestellten Kopfputz warfen sie fort, um schneller laufen zu können.
Wir waren bis aufs äußerste erschöpft und erhitzt, als ich das Gefecht abbrach. Die Askari drängten sich um mich herum und schüttelten mir in ihrer Erregung minutenlang die Hände.
Jeder wußte: Mühe und Anstrengung hatten sich heute belohnt, und die überraschende Niederlage der Aufständigen würde großen Eindruck machen, wenn nicht zum Frieden führen.
Als ich antreten ließ, hatte ich die bange Sorge um eigene Verluste, aber es ergab sich zu aller Freude, daß nicht ein einziger fehlte; mit geradezu unglaublichem Glück waren wir durch den Geschoßhagel der Vorderlader hindurchgelaufen.
Die Überraschung der Aufständigen, die nicht Zeit hatten, sich ins Gras niederzuwerfen, hatte das ihre dazu getan.
Der große Verlust des Gegners aber — über siebzig Tote lagen allein auf dem Kampfplatz — mußte als ein Erfolg angesehen werden. Die Schenzi waren mit dem Wahn zu Felde gezogen, daß ihre Waffen treffen würden, und aus unseren Gewehren, durch die Macht der Zauberer, nur Wasser kommen würde.