Jetzt waren sie eines anderen belehrt!

Ein Neger behauptete, er habe auch hinter uns ferne im Wald schießen hören und ich war etwas besorgt um die Abteilung des Stabsarztes Engeland, die verhältnismäßig schwach war, weil ich in der Zuversicht, den Gegner nur vor mir zu haben, die meisten Kräfte an mich genommen hatte. Doch bald traf die kleine Kolonne mit den Trägern und Lasten ein und Stabsarzt Engeland freute sich mit mir über den Erfolg des Tages, durch den mein ganzer, auf eigene Verantwortung unternommener Zug eine Rechtfertigung fand.

Die Aufständigen waren nämlich auf dem Wege nach Osten gewesen, hätten noch an demselben Tage die Landschaft Kooni erreicht und von dort weiter die gut bevölkerten und reichen Landschaften nach der Küste hin mit in den Aufstand gerissen und verwüstet, wenn ich ihnen nicht begegnet wäre.

Auch hatten sie, wie später sicher festgestellt wurde, schon Beziehungen zu Häuptlingen im Usaramobezirk (Daressalam; nördlich vom Rufiyi), die sich nach der Niederlage am 21. August den Fall noch einmal überlegten und ruhig blieben.

Nun kam es darauf an, festzuhalten, was durch den schnellen Vormarsch und die entscheidenden Gefechte erreicht worden war. Von der Mündung des Stromes bis nach der Landschaft Kibambawe hin war das Nordufer in einer Linie von etwa 180 km Länge gesichert durch friedliche Neger, die durch unser Vorgehen das Vertrauen auf den Schutz der Regierung behalten hatten.

Auf dem Nordufer war daher eine dauernde Botenverbindung mit Mohorro möglich. Das Südufer mußte allerdings allmählich unterworfen werden und das konnte nur geschehen unter Aufsicht eines Militärpostens am Rufiyi.

Die Aufständigen vollständig zersprengt.

Die Aufständigen, die ich am 21. früh bei Kipo traf, waren aus den Kitschi- und Matumbibergen südlich vom Rufiyi vor den Operationen des Majors Johannes ausgewichen.

Daß ich sie an einem für ein Gefecht mir so außerordentlich günstigen Platze traf, ist reiner Zufall gewesen. Ich habe das Nordufer später noch genauer kennen gelernt; auf dem ganzen Wege von der Stelle, an der die Aufständigen über den Fluß gesetzt waren, bis nach meinem Ausgangspunkt Kooni hin ist nicht ein Platz, der annähernd den erreichten Erfolg ermöglicht hätte; an jeder anderen Stelle wäre uns höchstens die Spitze des Gegners schußrecht gekommen; die Neger hätten sich in das Gras geworfen und es wäre nicht ohne schwere Verluste auf unserer Seite abgegangen.

Bei Kipo aber öffnete sich das Terrain; links floß der Strom, rechts lag ein großer See und die Höhe, die wir beim zweiten Vorlaufen erreichten, beherrschte den schmalen Paß, auf dem der Gegner fliehen mußte. Die völlige Überraschung der Aufständigen kam hinzu, um den Eindruck unseres Erscheinens zu erhöhen.