Der Betschausch mit sechs Askari war auf Patrouille ausgesandt und kam nicht wieder; die in dem Dorf zurückgelassene Abteilung sandte Meldung, ein Askari sei von einem explodierten Pulverfaß schwer verletzt worden; ein Matrose litt stark unter Fieber und mußte alle Energie zusammennehmen, um in der Marschordnung zu bleiben: durch diese Zwischenfälle wurden die Aussichten für den kommenden Morgen etwas beeinträchtigt, und ich mußte den Plan aufgeben, um zwei Uhr früh aufzubrechen.

Das schadete auch nichts, wie sich herausstellte; denn als wir uns nach mehrstündigem Marsche durch ebenes Schwemmland um acht Uhr am Morgen Mayenge näherten, begegnete uns schon der Betschausch mit seiner Patrouille und meldete, daß keine Aufständigen in weitem Umkreise zu spüren seien; (er hatte am Abend vorher unser verstecktes Lager nicht finden können und war, da ihm mein Plan, bei Tagesanbruch vor Mayenge zu stehen, bekannt war, von selbst dorthin gegangen).

Ich lagerte an der alten Stelle und ich erwartete die angekündigte Ankunft des Leutnant Spiegel, um dann den Rückmarsch nach Mohorro anzutreten. Als Spiegel eintraf, erzählte er, daß Hauptmann Merker mit ihm nach Mohorro geeilt sei, weil Gerüchte kamen, ich sei am Rufiyi von Aufständigen eingeschlossen.

Leutnant Spiegel begann mit dem Bau einer Boma, während ich zum Rückmarsch rüstete. Trotzdem der Bezirksamtmann, der persönlich böse Erfahrungen mit den Nilpferden gemacht hatte, mir in seinen Briefen mehrmals abriet, in Booten auf dem Strom zu fahren, entschloß ich mich, die Europäer wenigstens alle in den Booten zu befördern, umsomehr, als den Kranken der Marsch doch zu beschwerlich geworden wäre.

Den ersten Teil des Weges legte ich selbst jedoch zusammen mit den Askari auf dem Südufer zurück, weil ich feststellen wollte, wie die Ortschaften aussahen, die wir niedergebrannt hatten und ob die Neger daran dachten, zurückzukehren, sich zu unterwerfen und die Häuser wieder aufzubauen.

Der Marsch über Land bot nicht viel Neues; überall waren Anzeichen, daß die Aufständigen die Umgegend noch nicht verlassen hatten und in die Felder kamen, um die Reste der Feldfrüchte wegzuholen. Die Leichen waren verschwunden und nichts verriet mehr, daß hier blutige Gefechte stattgefunden hatten.

Am verabredeten Ort traf ich mit Stabsarzt Engeland und den Matrosen zusammen, die den Weg in Booten zurückgelegt hatten.

Am folgenden Morgen fuhren wir alle in großen, geräumigen Einbäumen stromab und hatten eine an Abwechselung reiche Fahrt; Flußpferdherden wurden passiert, Kuhreiher in Flügen von zwanzig flogen vom Ufer auf, an dem das Boot lautlos entlangglitt; kleine Königsfischer schwirrten tief über das Wasser hin.

Am Ufer lagen Krokodile, auf die wir in tödlichem Haß schossen, wenn es irgend Erfolg versprach; über die Resultate wurde Buch geführt.

So ging die Zeit schnell hin; die Matrosen sangen hinter uns in den Booten.