Hermann rasierte ihn allmorgens, ohne daß Quarre dadurch wäre gestört worden.

Und, um den guten Archibald (Sie wissen, wen ich meine!) nicht aus dem Spiele zu lassen, so sei gesagt, daß er als treubesorgter Diener seines Herrn und in der Furcht, es könne diesem (seinem Herrn) etwas Böses zustoßen (denn der lange Schlaf war in der Tat beängstigend!), kein Auge zutat — nicht bei Tage, nicht bei Nacht.

Nach den abgeschlafenen sechzehn Tagen schlief Theo von Quarre ohne Pause weiter, so müde war er durch das übermäßige Schlafen geworden.

Theo schlief ununterbrochen.

Hermann wachte ununterbrochen.

Und darin hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert.

Theo schläft.

Und Hermann wacht über den Schlafenden.

Dies — prophezeie ich — wird nicht eher anders werden (Hermann wird nicht eher schlafen können, als bis sein Herr aufgewacht ist, und Theo wird nicht aufwachen, ehebevor ich ihn nicht geweckt habe — und ich werde mich hüten, dies zu tun — was sollte ich auch mit dem wachen Theo und dem schlafenden Hermann beginnen?) jetzt ist es außergewöhnlich knifflig, den begonnenen Satz grammatikalisch richtig zu Ende zu führen, ach was, ich falle einfach aus der Konstruktion, der Theodor Körner hat’s ja auch des öfteren getan, sehen Sie, ich bin doch ein gebildeter Mensch; ich meine nämlich den «Zriny», den haben wir auf dem Gymnasium gelesen, ich mußte das «Volk» machen, das gab den größten Spaß — mit anderen Worten (wieso mit anderen?): Hermann wacht so lange und Theo von Quarre schläft so lange, bis mir eingefallen ist, wie ich die Geschichte schließen kann. Voraussichtlich wird mir nichts einfallen; denn just dies ist mein Einfall, daß die Geschichte ohne Einfall (auch e Einfall!) endet.

(Ich hätte doch «Archibald» schreiben sollen statt «Hermann»!)