Abb. 31. Im Walde (1884). Handzeichnung im Kupferstichkabinett zu Dresden. (Aus der Liebermann-Mappe. Verlag von Bruno & Paul Cassirer in Berlin.)

1884 beschäftigen den Künstler noch einmal „Waisenmädchen“ ([Abb. 36]), jetzt in der Hamburger Kunsthalle, 1885 malt er die „Holländische Dorfstraße“ ([Abb. 37]). Wieder Holland, wieder Freilicht. Auf der von einem heftigen Sommerregen nassen Dorfstraße begegnen sich zwei frische, junge Dirnen; die eine hat auf dem Felde Gras geschnitten, die andere will ihre Kuh auf die Weide führen. Die mit der Kuh bleibt stehen, die mit der Karre hält an, und es werden ein paar Worte gewechselt. Jede Bewegung ist ausgezeichnet beobachtet: Wie das Mädchen den Strick hält, an den die Kuh gefesselt ist; wie diese das Gras an der Straße abrupft, wie die zweite die Karre gefaßt hält, wie ein Mann in Holzschuhen über die Straße geht, ein Junge eine Kuh treibt, ein Ackerwagen dahinfährt, ein anderer Junge über einen Zaun steigt. Und alles wird von einem weichen, grauen Licht und feuchter Luft umspült. Die Pfützen auf der Straße spiegeln den Glanz des sich auflichtenden Himmels wieder, und die nassen grünen Blätter der Linden an der Straße schütteln sich über einem roten Häuschen.

Abb. 32. Das Tischgebet (1884). Im Besitz des Herrn Claassen auf Knoop bei Kiel.

GRÖSSERES BILD

Abb. 33. Porträtskizze (1884).

Abb. 34. Handzeichnung (1884).